Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 4-5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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SS bestimmt verlangt, daß nur alle drei gleichmäßig und gemeinsam entscheiden, so überläßt er hier doch das Urtheil „dem Lichte des Verstandes und dem Feuer des Herzens." Eine beiläufige Bemerkung können wir hier nicht unterdrücken. Herr vi. Ph. eifert unausgesetzt für die Einheit Gottes und die christliche Lehre von der Dreieinigkeit ist ihm im innersten Herzensgründe zuwider. In diesem Aufsatze ist er aber auf einmal in eine Sphäre gerathen, in welcher er sich nur in der Dreiheit, zwar nicht des Wesens Gottes, sondern andrer Dinge hin und herbewegt. So hat er drei Worte: Wahrheit, Recht und Liebe, durch welche er den Kerninhalt der Einen wahren Religion, der Religion Israels ausdrückt; durch drei Wissenschaften : die Philosophie, die Anthropologie und die Theologie kommt er auf daS Eine Resultat, was Wahrheit ist; und drei Factoren im menschlichen Geiste: Verstand, Herz und seine Geschichte müssen einmüthig bestimmen, was wahr erscheint. Eine dreifache Dreiheit, nämlich drei Worte, drei Wissenschaften und drei Faktoren, spielt also in diesem Wahr- oder Wahlspruch eine bedeutende Rolle, und wir können daher wohl hoffen, daß Herr Dr. Ph. nicht mehr aburtheilend und verwerfend gegen die biblische Lehre von der Dreieinigkeit austreten wird. Ob aber bei Alle dem nun Jemand wissen wird, was Wahrheit ist und namentlich was Wahrheit ist ilr Bezug auf die israelitische Religion, müssen wir dahin gestellt sein lassen; vr.H H. weiß weiter Nichts zur Belehrung darüber zu geben. Wir unsers Theils glauben freilich, er hätte sich alle diese philosophischen und anthropologischen Anstrengungen ersparen können, und hätte viel leichter und kürzer ein sicheres Ziel erreicht, wenn er einfach gesagt hätte: Was „Gott dir in seiner Gnade eröffnet" und in Mose, den Propheten und Hagiographen „übergeben" hat, das ist die Wahrheit Gottes! Denn der Zusatz, der die Forderung enthält, daß man das von Gott Uebergebene, erst prüfe, um bas Wahre von dem Nichtwahren auözusondern, ist vom Argen. Es soll aber wohl mit dem etwas zweideutigen Ausdruck — wir erinnern uns dabei an einen Aufsatz in der Allg. Zeit, des Judenth., der die Aufschrift hatte: „Nur keine Zweideutigkeit" — auf das sogenannte doppelte Gesetz