Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 4-5 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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S7 werden, oder ist das eben nur „Wahrheit Gottes", die aber der Mensch nicht zu fassen vermag und die daher auch für den Menschen nicht Wahrheit ist? Oder wie nun, wenn in dem „Uebergebenen" Dies und Jenes meinem „fühlenden Herzen" durchaus widerstrebt, wie z. B. daß Aaron allein das Priesterthum haben soll und nicht auch Korah, Dathan und Abiram, da doch nach der Behauptung dieser Empörer die ganze Gemeine durchweg heilig ist, 4. Mos. 16 — was ist in solchem Falle zu thun? Wie steht es da mit „der Wahrheit Gottes, die er dir eröffnet und übergeben in Seiner Gnade?" „Vernunft und Herz treffen" da nicht „zusammen." Oder wenn sogar zwei Factoren, Vernunft und Herz widersprechen, wie z. B. in Absicht auf die Ausrottung der Einwohner Canaans, ist ein solcher Befehl, wie er 5. Mos. 7, 1 und andern Stellen steht, der doch nach Mose und Josua göttlicher Befehl ist, als Wahrheit Gottes anzusehen? Vernunft und Herz werden entschieden dagegen protestiren und ein solches Wort für Lüge erklären. Ist nun das, was Gott eröffnet und als Wahrheit übergeben hat, das Herz oder die Vernunft aber nicht anerkennen können, ist das dennoch Wahrheit? So wäre der Prüfstein, der in den drei Factoren zusammengegeben ist, zu Nichte gemacht. Oder bleibt der Prüfstein in den drei Stimmen richtig, so ist das, was Gott als Wahrheit übergeben hat, für Lüge erklärt. Eins oder das Andere muß nothwendig folgen. Welches von Beiden aber festgehalten oder aufgeopfert wird, das hat der Herr vr. nicht nur hier, sondern auch schon im Vorhergehenden klar und deutlich ausgesprochen, da er sagt, daß das „nicht Wahrheit für den Menschen ist, worüber sein Herz mit seiner Vernunft streitet," oder worüber seine Vernunft mit seiner Geschichte streitet und sobald sie darüber streiten." Die drei Factoren behaupten also ihr Recht und ihren Platz; sie sind die untrüglichen und entscheidenden Richter. Aber sonderbar; sie erhalten ein sehr schlechtes Zeugniß von dem Verfasser, sie werden als höchst verwerflich geschildert, dennoch aber in ihrem Amt und Würden gelassen. Er schreibt „dem Verstände" ein „Zersetzen" und „Grübeln," ja „Sophismen" zu, vermöge