Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 2-3 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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44 weigern können, aus dem B - Artikel den Schluß zieht, daß das Kreuz statt des Kamez absichtlich sich eingefunden habe. Worin diese Absichten bestehen, sagt uns weder die Redaktion noch Herr Rabbiner Willner. Nehmen wir für einen Augenblick an, das Kamez, sei absichtlich zum Kreuz t umgeformt worden. Was könnten die Urheber möglicherweise damit gewollt haben? > Entweder wollten sie die Aufmerksamkeit des Lesers auf die betreffende Stelle lenken. Dann aber war es ein sehr schlecht gewähltes Mittel, wie der Erfolg zeigt, denn nach langen, langen Jahren erst, nachdem Tausende und Tausende dieser Bibeln verbreitet worden find, findet Rabbiner Willner es endlich heraus. Stellt man daneben, wie frei und offen die Missions-Gesellschaft unter den Juden die messtanischen Stellen, auf welche sie die Israeliten aufmerksam zu machen wünscht, in einigen ihrer Bibelausgaben — dabei den Käufern die Wahl lassend, ob sie diese oder andere Ausgaben, in welchen die messtanischen Stellen nicht zusammen abgedruckt sind, nehmen wollen — zu diesem Zwecke collektirt hat, so werden selbst Feinde der Mission die Unhaltbarkeit obiger Annahme einsehen und die Redlichen auch zugeben. Oder aber, — und das ist die zweite Möglichkeit — man wollte durch das Kamez-Kreuz auf die Seele des Lesers magisch wirken. Kämen die Bibeln von einer römisch-katholischen Missions- Gesellschaft, dann ließe sich eine solche Annahme rechtfertigen. Allein die evangelische Kirche glaubt weder an die Wirksamkeit solcher Mittel, noch bedient sie sich derselben. Am allerwenigsten käme es der Richtung der anglikanischen Kirche in den Sinn, durch ein eingeschmuggeltes Kreuz auf die Seele des Bibelleserö Eindruck machen zu wollen, welche aus inniger Liebe zu den Juden ihnen eine billige Bibel darreicht. Herr, vr. Philippson wenigstens kennt gewiß die Kämpfe der Evangelischen in England gegen die Puseyiten, und nur die Erstgenannten nehmen Interesse an Israel. Vor einigen Tagen hatte ich Gelegenheit, mit einem 'der einflußreichsten Rabbinen über den Kamez-Druckfehler zu reden; denn ein Druckfehler bleibt es eben doch, man mag sagen, waö man