Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 2-3 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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42 So habe ich in mehreren Auflagen der Missionsbibel in kleinerem Format, deren man sich in den Synagogen während der Vorlesung aus der Thorah häufig bedient, in 5. Mose 4, 28 bei den Worten: 'H n« DPö DntPp21 unter statt des Kamez ein Kreuz gesetzt gefunden. Allerdings habe ich dieses eigenthümliche Verfahren bei vieler Mühe an keiner andern Stelle gefunden*), aber man sieht doch leicht ein, was die Herren Missionäre mit diesem Kreuze an der bezeichneten charakteristischen Stelle in die Seele des aufmerksamen Lesers hineinschmuggeln wollen. Aus meiner Synagoge find seitdem diese Bibeln verschwunden." Man weiß nicht, ob man sich mehr verwundern oder betrüben soll über dies Schreiben eines deutschen Rabbinen, und daß Herr Philippson sich nicht schämt, solches zu veröffentlichen; denn es gehört ein großes Maaß rabbinischer Sophisterei oder blinden Vorurtheils dazu aus einem schlecht gedruckten Kamez solche Schlüffe zu folgern; denn der Herr Rabbiner muß selbst eingestehen, daß er nur ein einziges solches Kamez in der ganzen von ihm erwähnten hebräischen Bibel gefunden hat. Wenn er aber die verschiedenen anderen Bibelausgaben der Londoner Misfionsgesellschast vergleichen *)Herr Rabbiner Will ner scheint nicht so scharfe Augen zu habe», wie Herr Kroner in Glatz. Dieser berichtet in Nr. 30. der allgemeinen Zeitung des Jndenthums, Seite 087, daß er noch drei Stellen entdeckt habe, in denen ein Kreuz statt eines Kamez gesetzt worden sei, nämlich 3 Mos. 7, 13. unter dem Worte dann Cap. 16, II nnter und endlich Cap. 17, 10 unter Wir haben diese Stellen nachgeschlagen und in einer Ausgabe dar Kamez ganz scharf anSgedrnckt gefunden, in derselben Ausgabe jedoch, in welcher Herr Willner das Kreuz entdeckt hat, finden fich in den von Herr» Kroner angeführten Stellen allerdings auch fehlerhafte Kamez. In der ersten ist es fast wie Cap. 4, 29. nur etwas schräg x, in der zweiten kann man kaum den Fehler entdecken, und in der dritten ist es nicht ein Kreuz, sondern der obere Strich steht seitwärts in der Form ■*1-. Wer steht es nicht, daß hier der Fehler in den Typen liegt, der wahrscheinlich durch Abnutzung derselben entstanden ist; das ist um so klarer, da in der einen Ausgabe der Fehler nirgends vorkommt, in der anderen fich überall findet. Wie ungegründet übrigens die Verdächtigung der Juden ist, beweist der Umstand, daß der Fehler schon vor mehr als fieben Jahren bei einer Revision der Platten entdeckt und sogleich entfernt worden ist. Sapienti sat. Anmerkung d. R-