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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 2-3 (1859) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
2-3 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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38 in dieser Vorstadt auf sich geladen. Dieser Haß würde gar keine Erwähnung verdienen, wenn er sich mit rohem Schimpfen und Schmähen begnügte; aber er macht sich oft auch in fühlbareren Kundgebungen Luft. Dann und wann nehmen einige Juden unser» Bruder gegen die Heftigkeit seiner Gegner in Schutz, aber solche Vertheidigung zieht die Rache der Rabbinen nach sich, die einen Jeden, der nicht an ihrem wüthenden Fanatismus gegen das Christenthum Theil nimmt, als Verächter und Spötter ihrer Würde und als einen geheimen Freund des Protestantismus betrachten. Ein Vorfall dieser Art ereignete sich heute in dem Kaffehause eines Mannes, Namens I. Dieser Mann, der mich fast jeden Sonnabend besucht, hörte einem Gespräche zwischen C. und mehreren Rabbinen zu. Die von unserm Bruder angeführten Beweise für die Wahrheit des Evangeliums waren Stellen aus dem alten Testament, die Antworten seiner Gegner aber hämische Sophistereien und persönliche Beleidigungen. Der Wirth und einige andere Juden erklärten dies für unschicklich und ungerecht, aber die Rabbinen kümmerten sich nicht darum, sondern setzten ihre beißenden Reden und systematischen Verdrehungen fort. Der Wirth legte sich noch einmal ins Mittelaber nun brach die Feindschaft der Disputirenden heraus und mit Hohngelächter riefen sie aus: „Aha, I. ist auch ein Protestant." Der feurige jüdische Wirth entgegnete: „Ja, ich bin ein Protestant und ich fordere sie Alle auf, zu beweisen, daß der Protestantismus nicht wahr sei und seine Lehren nicht von Gott." Diese Worte wmden sogleich an die Führer der Synagogen berichtet und schon nach einer halben Stunde wurde I. von seinen Freunden benachrichtigt, daß er den nächsten Morgen in Bann gethan und ins Gefängntß geworfen werden würde. Der arme Mann schickte sogleich zu mir und bat um meine Hülse, falls er eingesperrt und sein Haus geschloffen würde. Ich versprach ihm jeden Beistand, ließ ihm aber zugleich durch den Boten sagen, er solle sich nur gar nicht beunruruhigen, da ich versichert sei, daß das freie Bekenntniß seiner Gesinnungen die Gewalt seiner Vorgesetzten zurückhaltett und ihn gegen ihre Bosheit schützen werde. Meine Vermuthung bewährte sich, denn der Hauptrabbtner und seine Helfet fürchteten, daß grade I

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