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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 2-3 (1859) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
2-3 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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29 Mann, ihre eigenen Helfer und Erlöser, wie ja die Führer und Bildner Israels, die jüdischen Lehrer, nach dem bereits oben Erwähnten, in ihrer Devise sagen: Hilf dir selber, so wird dir der Himmel Helsen; also was Hoffnung auf einen Dritten? Das Recht tritt an die Stelle der Hoffnung, dies und das gebührt mir, es muß mir werden. Ist nun ein solcher „Wahrspruch der Wahrspruch der israelitischen Religion?" Wir sagen: Nein; er ist weder ein „Wahrspruch" noch viel weniger ein Wahrspruch der israelitischen Religion; er ist allenfalls ein Wahlspruch des heutigen Reformjudenthums, und noch ist es sehr die Frage, ob des Reformjudenthums im Allgemeinen^ Soll er der Wahrspruch der israelitischen Religion sein, so möchte man fragen, wie kommt es denn, wenn in demselben „die großen Pulsadern seines (?) Lebens sind vom Ufer des Nils bis über der ganzen Erde Säume, die zum ersten Male schlugen, als Israel aus Aegypten an das Licht der Welt trat und die noch heute lebendig durchströmt werden," daß wir denselben nie und nirgends als solchen, „Kerninhalt" hingestellt antreffen? Daß die einzelnen Worte: Wahrheit, Recht und Liebe in der Bibel, im Talmud und sonst noch Vorkommen, ist noch kein Beweis, daß sie schon das innerste Wesen der israelitischen Religion ausdrückten. Mit demselben Rechte könnte man da noch eine Menge anderer Worte hinstellen, die eben so viel Anspruch darauf machen könnten, den eigentlichen Charakter der Religion Israels auszudrücken; warum da nicht auch: Demuth, Licht, und dgl.? Oder ist vielleicht dieser Wahrspruch einer von den vielen Sätzen des mündlichen Gesetzes, die lange Zeit hindurch vergeffen waren und die gewisse Rabbinen durch ihren Scharfsinn wieder aus der Vergessenheit hervorzogen, und von denen dieselben zugleich wußten, daß es eben die vergessenen Sätze waren? Wenn einmal vor Jahrhunderten oder Jahrtausenden gewisse Sätze vergessen worden waren, deren sich spätere Nachkommen mit solcher Gewißheit erinnern konnten, warum sollte es in unferm vorgeschrittenen Jahrhundert nicht auch Männer geben, die mit ihrem Gedächtnisse, mit ihrer Vernunft die vergangenen Jahrtausende durchdringen und aus denselben -hervorholen, was da oder dort vergeffen

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