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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 2-3 (1859) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
2-3 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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28 Es kann demnach wohl keinem Zweifel unterworfen sein, daß, sowie der Glaube, so auch „die Hoffnung auf die Erlösung durch einen Dritten" zum „Kerninhalt, zur innersten Wesenheit der israelitischen Religion" durch alle Jahrhunderte hindurch von Abraham an bis jetzt, gehört habe. Sind nun aber diese wesentlichen Stücke der wahrhaft israelitischen Religion aus dem „Kerninhalt" der Philippsonschen israelitischen Religion entfernt und gestrichen: so ist es doch offenbar, daß seine Religion „in der innersten Wesenheit, in dem Charakter, der Aufgabe, der Lehre und dem Gebot" verschieden sein muß nicht nur von der alttestamentlichen, sondern auch von der, die in den alten hebräischen Gebeten und in dem alten Glaubensbekenntniß der sogenannten 13 Artikel ausgesprochen ist. Der Verfasser will offenbar mit seinem Wahrspruch seiner israelitischen Religion in einen recht grellen Gegensatz treten gegen den des Christenthums. „Dieser Glaube, der die Prüfung der Vernunft ausschließen will," ist Nichts für solche Geister, die vermöge der in ihnen wohnenden Vernunft zu den Schmerzen der Prüfung berufen sind. Glaube ist ja nach der Ansicht dieser Vernunftmänner nur ein Fürwahrhalten, ein Meinen, ein blindes Hinnehmen auf die Aussage eines Andern; Glaube gehört daher in das Zeitalter der Kindheit, das nun vorüber ist; jetzt ist man mündig geworden, da glaubt man nicht mehr, was Andere Einem vorgeschwatzt haben, sondern man predjgt nun selbst; im neunzehnten Jahrhundert ist wenigstens ein Theil der Juden so weit herangewachsen, daß sie die Kinderschuhe ausgezogen und mit Verachtung von sich geworfen haben, sie schreiten festen Trittes in Mannesstiefeln einher; die Früheren und Viele auch der Heutigen hatten und haben nur „blöden Glauben," sie haben dagegen Wahrheit. Die Hoffnung auf die Erlösung durch einen Dritten wäre eine viel zu demüthigenbe Sache für solche Helden, wie sie heutiges Tages figuriren; sie brauchen keinen Dritten, der sie erlöse; sie sind wie jene Joh. 8, 33 nie Jemandes Knechte gewesen, sie wiffen weder von dem Bedürfniß einer leiblichen noch viel weniger von dem einer geistigen Erlösung; wo aber ja hie und da noch Etwas fehlen sollte bis zur vollen Emancipation, da sind sie überall und in allen Dingen selbst der

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