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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 2-3 (1859) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
2-3 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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SS „der Glaube" fehlt, dieser wesentliche Theil „des Kerninhalts der Lehre" des alten Testaments, der das eigentliche Element aller Väter der Vorzeit war: so ist von vornherein zu besorgen und zu befürchten, daß beides, sein Wahrspruch und seine Religion, neuen Datums sein dürften. Es scheint zwar auf den ersten Blick nicht, als ob der Vers, den Glauben überhaupt verwerfe, sondern nur den Glauben des Christenthums; denn er sagt: „Es ist nicht an unS, hier zu fragen, ob dieser Glaube, der die Prüfung der Vernunft ausschließen will, der für den Menschen rechte sei." Allein wenn wir finden, daß in „dem Kerninhalt der Lehre der israelitischen Religion" der Glaube gänzlich fehlt, so entsteht denn doch ein Zweifel und die Frage, wie wohl der Vers, zum Glauben überhaupt stehe? Denn lehrte wirklich das Christenthum einen Glauben, „der die Prüfung der Vernunft ausschließen will" — wir können von einem Juden ebenso wenig wie von einem Heiden verlangen und erwarten, daß er den christlichen Glauben kennen und wissen solle, ob er die Prüfung der Vernunft ausschließt oder nicht; nur sollte er billiger Weise sich dann auch des Urtheils über denselben enthalten, denn es macht doch gewiß am allerwenigsten einem Herrn Dr. Ehre, ein Verwerfungsurtheil über Etwas auszusprechen, das er nicht kennt — so könnte doch der Verfasser immer noch das unschuldige Wort: „Glaube" beibehalten. Er dürfte ja nur eine Verwahrung einlegen, daß er einen solchen Glauben meine, der die Prüfung der Vernunft zuläßt. Das Wort „Liebe" kann er zwar im christlichen Sinne auch nicht billigen, aber er hat es doch beibehalten, nur ist die „Liebe der israelitischen Religion" nicht die Liebe, „die da" im Christenthum „gelehrt wird." Unmöglich kann er also das Wort „Glaube" darum aus seinem „Wahrspruche" fern gehalten haben, weil es in unserm christlichen „Wahrspruche" steht; sondern es paßt dies Wort überhaupt nicht zum „Kerninhalt der Lehre" dieser „israelitischen Religion," es muß hier überhaupt ein neues Motto für die neue Religion gewählt werden, in der es vielleicht noch fraglich ist, ob Etwas der Art vorkommt, das noch Glauben genannt wird. Eben so ist es auch nach unsrer Ueberzeugung mit dem andern Stücke des christlichen Wahrspruches, der „Hoffnung." Der Israelit,

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