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Dibre Emeth · 1859-01-01 · 2-3 (1859) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
15 (1859)
Issue
2-3 (1859)
Date
1859-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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m aus dessen Mund und Feder „der Wahrspruch des Christenthums" floß, hielt die Hoffnung für eben so wichtig und wesentlich in „ dem Kerninhalt" seiner Religion » wie den Glauben. Und er stand damit auch ganz und gar auf dem Standpunkte der israelitischen Religion des alten Testaments. So lebendig in Abraham, Isaak und Jakob und allen frommen Vätern der Glaube war, so stark war auch in ihnen Allen „die Hoffnung" und zwar nicht etwa eine so allgemein gehaltene Hoffnung auf einen Gott, sondern grade „die Hoffnung auf die Erlösung durch einen Dritten." Wenn der Verfasser so verächtlich und wegwerfend „fragt, ob eine solche Hoffnung die rechte" sein könne, so schmäht er damit nicht das Christenthum und uns Christen, sondern das Judenthum des ganzen alten Testaments und alle Israeliten der Vergangenheit und Gegenwart , die diese Hoffnung so vielfach klar und bestimmt ausgesprochen haben und noch aussprechen. Ist es nicht „die Hoffnung auf die Erlösung durch einen Dritten," die Jakob auf seinem Sterbebette noch ausspricht und die ihn sein ganzes Leben hindurch begleitet hatte, wenn er ausruft: Herr, ich warte auf dein Heil! Bezeugte etwa Jakob damit nur die allgemeine Erwartung einer künftigen, glücklichen, herrlichenZeit ohne Hoffnung aus „einen Dritten," der diese herrliche Zeit herbeiführen sollte? Dem widersprechen die jüdischen Erklärer selbst, die zu diesen Worten bemerken: Jakob sagt nicht, ich warte aus die Erlösung Gideons, des SohneS Joas, welches ein zeitliches Hell war, noch die Erlösung Simsons, des Sohnes Manoah, welches ein vergängliches Heil war; sondern ich erwarte die Erlösung des Messias, des Sohnes Davids, der da kommen wird, daß er die Kinder Israels zu sich bringe. Dies Heil ist es, worauf ich warte. Diese Hoffnung auf die Erlösung durch diesen Dritten hatte Jakob eben vorher schon aufs bestimmteste und entschiedenste in seinem Segen an Juda ausgesprochen, da er von dem Schiloh spricht, der von Judas Stamme entsprießen sollte. Und geht nicht auch diese Hoffnung Israels auf die Erlösung durch diesen Dritten durch das ganze alte Testament hindurch, so daß wir zu allen Zeiten dieselbe ausgesprochen finden? Sie ist der Trost, mit dem die Propheten die in leiblicher und geistlicher Roth und Trübsal Seufzenden

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