Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 2-3 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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23 und Boden erwachsen, nicht aus dem Sinnen und Denken, Grübeln und Forschen irgend eines oder mehrerer heidnischen Philosophen geflossen ist, sondern das Heil von den Juden kommt: so ist auch der von Or. Ph. so benannte „Wahrspruch: Glaube, Hoffnung, Liebe" nicht der Gedanke eines Heiden, auch nicht der Ausspruch eines zum Christenthum bekehrten Heiden, sondern es sind die Worte des Apostels Paulus, der früher Saulus hieß und der von sich zeugen konnte: Ich bin ein jüdischer Mann, geboren zu Tarsen in Cilicien und erzogen in dieser Stadt, zu den Füßen Gamaliels, gelehret mit allem Fleiß im väterlichen Gesetz; und war ein Eiferer um Gott, gleich wie Ihr alle seid heutiges Tages. Und habe diesen Weg verfolget bis an den Tod. Apg. SS, 3. Und abermals: Ich bin auch ein Jsraeliter, von dem Samen Abrahams, aus dem Geschlecht Benjamin; Röm. 11, 1 und abermals Phil. 3, 5. 6. Der ich am achten Tage beschnitten bin, einer aus dem Volk von Israel, des Geschlechts Benjamin , ein Ebräer aus den Ebräern, und nach dem Gesetz ein Pharisäer. Nach dem Eifer ein Verfolger der Gemeine, nach der Gerechtigkeit im Gesetz gewesen unsträflich. — Wie demnach „der Wahrspruch des Christenthums: Glaube, Hoffnung, Liebe" seinem Ursprünge nach von einem wahren Israeliten herrührt, so ist er auch seinem Inhalte nach „der Wahrspruch der israelitischen Religion." Wir wollen hier zunächst nur von den beiden Stücken dieses „Wahrspruches: Glaube und Hoffnung" sprechen, da dieselben zweien andern, nämlich: „Wahrheit und Recht" haben weichen müssen; über „die Liebe" werden wir später Gelegenheit haben das Nöthige zu bemerken. Wir sagen also, daß „der Glaube" zur „innersten Wesenheit" nicht nur der „israelitischen Religion," sondern einer jeden Religion gehöre. Dies erhellt schon aus dem einfachen Umstande, daß eine jede Religion ein gewisses Glaubensbekenntniß aufstellt, also damit bezeugt und erklärt, daß Religion ohne Glauben gar nicht sei, sondern derselbe das erste und wesentliche Stück derselben sei. Der Glaube macht auch zweifelsohne „den Kerninhalt der Lehre" des Alten Testaments aus. Daß dem also feij wird wohl weder Jude noch Christ, der ehrlich und redlich die „Wahrheit" gestehen will, in Frage und Zweifel ziehen oder