Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 2-3 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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hat er weder „dem Inder," noch „dem Parsen," noch „dem Chinesen," noch „dem Türken " eine Frage des Zweifels hingeworfen, ob seine Religionsansichten, seine „Wahrsprüche die rechten seien," wie er in Bezug auf das Ehristemhum thut. Ja, nicht nur eine Frage des Zweifels erhebt der Verfaffer, „ob der Glaube, die Hoffnung, die Liebe des Christenthums" „rechter" Art seien, sondern er spricht seine entschiedene Mißbilligung, Verachtung und Verwerfung -dagegen aus. Wenn er sagt: „es ist nicht an uns hier, ihn — den Wahrspruch des Christenthums — zu prüfen, zwfragen, ob dieser Glaube, der die Prüfung der Vernunft ausschließen will, der für den Menschen rechte, die Liebe, welche da gelehret wird, die rechte, die Hoffnung auf die Erlösung durch einen Dritten die rechte sei," so scheint es zunächst, als wolle er unsern „Wahrspruch" ganz auf sich beruhen "und dahin gestellt sein lassen, ohne sich ein Urtheil über denselben zu erlauben; näher besehen ergiebt sich aber, daß er durch die beigefügten Bezeichnungen „des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe" den ganzen christlichen ,,Wahrspruch" als falsch, vernunftwidrig, unsinnig, abgeschmackt und verächtlich bezeichnet. Wir wollen nun mit dem Verfasser darüber gar nicht rechten , warum er grade den christlichen „Wahrspruch" so verwerflich findet, wir lassen ihm in seinen Religionsmeinungen eben so seine Freiheit, wie wir sie für uns beanspruchen, wollen ihm auch „die innerste Wesenheit" unsrer christlichen Religion keinesweges aufdrängen; indeß, da so viele „schöne Sprüche" im neuen Testamente enthalten sind und Vieles von dem Inhalt desselben „schon lange vorher in der Bibel aufbewahrt ist," der Verfaffer auch in seinem „ Wahrspruch " die „Wahrheit" obenan stellt: so dürfte es denn doch der Mühe werth sein in einigen Worten zu „prüfen" und zu „fragen," ob nicht am Ende „der Wahrspruch des Christenthums" in der Bibel besser gegründet und deutlicher enthalten sei, als der Philippsonsche Wahrspruch des heutigen Reformjudenthums, und ob nicht der christliche Glaube und die christliche Hoffnung und Liebe sich als „Wahrheit" erweisen ließen. Wie bekanntlich das Christenthum in seinem ganzen Umfange, nach seiner Moral und Lehre, nicht auf und aus heidnischem Grund