Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 2-3 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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21 Refvrmjuden im Christenthum und in der Christenheit demnach Vieles wohlgefällig und beifällig anerkennen, giebt es wieder Anderes, was sie als israelitisches Erzeugniß nicht nur gelten lassen und „schön" fiiiden, sondern eben darum auch beanspruchen. In Nr. 45. derselben Zeitung S. 617. 1858 heißt es in einem Artikel: „Besonders gut und nothwendig wäre es auch, durch wiederholte Belehrung nachzuweisen, daß die schönen Sprüche, Parabeln und Gleichnisse des neuen Testaments durchaus nichts Neues, Originelles und bisher Unerhörtes seien, sondern daß sie ihrem größten Theile und Inhalte nach schon lange vorher in der Bibel und im Munde des Volkes lebten und in jüdischen Schriften, (die sicherlich nicht aus dem neuen Testamente geschöpft haben) aufbewahrt find. Es dürfte deshalb wohl eine zeitgemäße Arbeit eines jüdischen Gelehrten sein, die Parallelstellen zu den Gleichnissen, Parabeln und Sprüchen des neuen Testaments in den jüdischen Schriften (Talmuden und Midraschim) nachzuweisen, und wie einst Geiger nachwies, was Muhamed aus dem Judenthum geschöpft, so auch darzulegen, wie die christliche Moral des neuen Testaments aus der Lehre des Judenthums geflossen sei." Wenn nun die Reformjuden so Vieles bei und unter uns Christen nachahmungswerth und sehr annehmbar finden, auf einen bedeutenden Theil des neuen Testaments gerechten Anspruch erheben, — denn auch wir sagen, daß nicht nur die christliche Moral des neuen Testaments aus der Lehre des Judenthums geflossen ist, sondern daß das Christenthum in seiner ganzen Ausdehnung nur biblisches Judenthum ist — wenn sie so viele Stücke des neuen Testaments für „schön" erklären: wird nicht vielleicht jene Stelle 1 Cor. 13, 13: Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, auch zu den „schönen" Sprüchen gehören? Wird nicht der Verfasser uns vielleicht gar unfern christlichen „Wahrspruch" streitig machen und denselben sich zueignen? Nein, da wird vor der Hand noch kein Streit um mein und dein entstehen. Es möchte sogar scheinen, als ob der Verfasser sich mehr Eins wüßte in seiner „israelitischen Religion" mit dem „Kerninhalt" der Religionen der Heiden und der Türken, als mit dem des Christenthums. Wenigstens