Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 2-3 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Näherung von Seiten derselben an uns Christen vorhanden. Es scheint, daß so manche Einrichtungen, Sitten, Gebräuche und allerlei Dinge, wie sie eben unter uns Christen zu finden sind, den Reformjuden sehr gut gefallen, sie ahmen daher auch so mancherlei nach; nicht nur ihre Küchen werden christlich, nicht nur ihre Kleidung ist christlich; seit mehreren Jahren haben sie sich sehr bemüht auch bei ihren Gottesdiensten Alles so viel als möglich auf christlichen Fuß einzurichten; sie haben ihre Prediger; die Prediger haben eine besondere Amtstracht, Tatar und Päffchen, ähnlich wie die evangelischen Geistlichen: so daß es bereits,'wie in der Allgemeinen Zeitung des Judenthums Nr. 37, 1858 ein Bericht sagt, zu obrigkeitlichen Verboten in dieser Angelegenheit gekommen ist und Herr Dr. Ph. den Rath ertheilt, sich mit „dem Tragen irgend eines Ornats" nur „innerhalb der Synagoge beim Gottesdienste" zu begnügen, da „über die inner» Cultus-Angelegenheiten Niemand Vorschriften zu geben habe; außerhalb der Synagoge könne von Polizeiwegen allerdings ein Verbot über das Tragen irgend einer Kleidung ausgesprochen werden." In den Synagogen werden Orgeln aufgestellt, wenn auch aus Gewissenhaftigkeit hie und da ein Christ dieselbe noch spielen muß; man hat förmliche Chöre eingerichtet, man singt nach Noten u. s. w. u. s. w. Und läuft nicht das ganze Bestreben nach Emancipation eben darauf hinaus, daß sie uns in jeder Hinsicht gleich gestellt werden wollen, und doch wohl darum, weil ihnen das christliche Aeußere gefällt; sie geben sogar ihre ganze Nationalität auf und wollen unter uns nur als Deutsche, in Frankreich nur als Franzosen angesehen sein, sie sind ganz unwillig, daß man sie, wie es Allgem. Zeitung des Judenth. Rr. 37. S. 501. 1858 heißt, „zu einer Nation stempelt, die sie einmal waren, die sie aber seit beinahe zwei Jahrtausenden aufgehört haben zu sein." Es ist dies um so sonderbarer, da alle andern Völker alles Mögliche anwenden, ihre Nationalität zu erhalten , und einen Ruhm darin suchen, nicht unter den Völkern aufzugehen. Auch selbst die Art und Weise, wie das Christenthum „den Kerninhalt seiner Lehre" in drei Worten äusspricht, muß dem Verfasser gefallen haben, denn er wählt auch grade drei Worte. — Während die