Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 2-3 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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19 Chinesen, den Türken," er sagt, daß Jeder „den Kerninhalt seiner Lehre in irgend einem Hauptsatze, in einem Wahrspruche ausspreche;" und giebt zugleich die Losungsworte der genannten Religionsgenossen an. Dann heißt es in dem Artikel: „Den Wahrspruch des Christenthums kennt Ihr, er heißet: Glaube, Liebe, Hoffnung!" Während der Verfasser „das Losungswort" einer jeden heidnischen und der türkischen Religion ohne weitere Bemerkung hinstellt, begleitet er „den Wahrspruch des Christenthums" mit folgenden Worten: „Es ist nicht an uns hier, ihn zu prüfen, zu fragen, ob dieser Glaube, der die Prüfung der Vernunft ausschließen will, der für den Menschen rechte, die Liebe, welche da gelehret wird, die rechte, die Hoffnung auf die Erlösung durch einen Dritten die rechte sei." Er geht dann zur Darlegung „des Kerninhaltes der israelitischen Religion" über, indem er fortsährt: — „sondern an uns ist es zu fragen: welches ist der Wahrspruch der Religion Israels? wie drücken wir die innerste Wesenheit, den Charakter, die Aufgabe, die Lehre und das Gebot unsrer Religion im einfachen, klaren Spruch aus? wessen ist unsre Religion der Verkünder? wessen Israel der Diener? wessen soll unser Leben voll und durchdrungen sein? Die Antwort ist: Wahrheit, Recht und Liebe! Dies sind die unerschütterlichen Grunbvesten, auf denen der Tempel Israels ruht; dies sind die großen Pulsadern feines Lebens vom User des Nils bis über der ganzen Erde Säume, die schlugen zum ersten Male, als Israel aus Egypten an das Licht der Welt trat, und die noch heute lebendig durchströmt werden; die Wahrheit ihre Sonne, das Recht ihre Erde, die Liebe ihre Himmelsluft." Es ist offenbar und auch nicht zu verwundern, daß der Verfasser mit seinem „Wahrspruch" sich in einem andern Verhältnißzu den Heiden und Türken mit ihrem, als zu uns Christen mit unserm „Wahrsprnch" weiß und betrachtet. Die Frage ist aber eine andere, ob er sich eher zu dem heidnischen oder türkischen oder christlichen würde hingezogen fühlen und welchem von den verschiedenen „Wahrsprüchen" er wohl vielleicht den Vorzug einräumen würde? Nach den Bemühungen und Bestrebungen, wie sie sich unter den Rcformjuden kundgeben , sollte man meinen , wäre eine große An- 2*