Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 1 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 israelitischen Annalen eine unerhörte" sei, wird schon dem schwer sein zu glauben, der von den „israelitischen Annalen" nur die Bibel kennt; denn in derselben werden uns mehralS eine solche That erzählt. Wir wollen hier gar nicht an die vielen Stellen des Alten Testaments erinnern, die von gewöhnlichem Mord und Blutvergießen sprechen, sondern nur an solchen Mord, der grade an den Verkündigern des Wortes Gottes, an Propheten, verübt wurde. Elias spricht schon von mehreren Propheten, die Israel getödtet hatte. Was sie mit Jeremias gethan, ist bekannt. Auch außer der Bibel dürsten noch solche Thaten in den „israelitischen Annalen" sich finden; denn unsers Wiffens erzählt selbst der Talmud, daß der Prophet Jesaias von den Juden zersägt worden sei. Selbst Verbrechen der Art, die an heil. Stätte von Israeliten verübt wurden, sind in den „israelitischen Annalen" nicht unerhört, wie schon 2. Chron. 84, 20, 81 von Zacharja erzählt wird, den sie steinigten im Hofe am Hause des Herrn. Das Neue Testament gehört auch zu den israelitischen Annalen und in demselben heißt es, daß Israel den Tempel des Herrn zu einer Mördergrube gemacht habe. — Nun freilich, die That in Amsterdam geschehen, im neunzehnten Jahrhundert, kann zwar nicht geleugnet werden; aber — sie ist „unerhört in den israelitischen Annalen," sie ist die erste! Wie ist aber das „Unerhörte" und doch Thatsächliche zu erklären? „Wir denken," sagt der Berichterstatter, „daß dieses beklagenswertheVerbrechen größtentheils den Predigten der Missionäre zugeschrieben werden kann. Sie haben den Fanatismus auögesäet und den Mord geerntet." Da habt Ihr cs, Ihr alle, von Abel an, besonders Ihr unter Israel, die Ihr ermordet worden seid um Eures Bekenntnisses willen, Ihr habt es Euch selbst und Eurem Fanatismus zuzuschreiben, den habt Ihr gesäet und Mord geerntet; denn was der Mensch säet, das wird er ernten. In Nr. 45 derselben Zeitschrift folgt nych ein Bericht über dieselbe Begebenheit, der mit den Worten beginnt: „Wir haben unsere Leser von der fanatischen That eines 16jährigen Israeliten, der den Missionsprediger Schw artz mit einem Messer verwundete, berichtet." Wie gering und unbedeutend das klingt! Wenn nicht dies Verwunden „eine fanatische That" genannt würde, müßte man denken, er habe ihm kaum die Haut verletzt. In demselben Artikel werden die Aeußerungen einiger Zeitungen mitgetheilt und da heißt eö: „Alle