Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 1 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Gottes über Israel" erst im vorigen September „heraufbeschworen?" Wenn die „Malletscheu Auslassungen," die in Uebereinstimmung mit der Bibel stnd, „erbärmliche Engherzigkeit in ganz mittelalterlicher Rohheit" genannt werden, entsprungen aus „jener frömmelnden Niedrigkeit, die ihre Augen nur verdreht, um den Gotteszug der Zeit nicht zu sehen" — Allg. Z. d. Jud. Nr. 44 S. 604 1858 — so kann sich der geschmähte Zeuge Mall et mit den Gottesmännern der Vorzeit trösten, die ja nicht minder von Israel geschmäht, gelästert und verfolgt wurden; aber wie wird man die Predigt vr. Fr.'s nennen müssen? Er hat ihr die Aufschrift gegeben: „Lasset uns festhalten an unserm Glauben. Ein Wort der Kräftigung und Abwehr;" man darf für „Glauben" nur Unglauben setzen. Ist es nicht eine Schmach, die Israel sich selber anthut, wenn es eine solche freche und schamlose Lügenpredigt durch „reißenden" Ankauf als cinZeugniß anerkennt, mit dem sie übereinstimmen?! Aber freilich, eine viel tiefere Schmach und ein höchst trauriges Zeichen des Verfalls der christlichen Kirche ist es, wenn, wie es in Nr. 41 der allg. Zeit. d. Jud. heißt, „viele Christen sogardurch Deputationen" einem solchen schmähenden jüd. Prediger „Dank abstatten lassen." Nun ihr Christen, dankt nur den Predigern, die solche Predigten halten; schmähet und lästertdagegen mit ihnen nur die Propheten, Apostel und Jesum Christum selbst, nach welchem ihr euch nennt, aber bedenket, daß das Wort, welches dieser Christus geredet hat, euch und alle Menschen richten wird. Eine andere Begebenheit des vergangenen Jahres, die auch in der Presse zur Sprache gekommen ist, und die wir in unserm Rückblick erwähnen wollen, ist der traurige Mordanfall auf den Missionar und Prediger Schwartz in Amsterdam. Wir haben desselben in Nr. 9 und 10 der Dibre Emeth gedacht. Diese Gewaltthat, die ein etwa 16 jähriger Israelit in der Kirche verübte, indem er mit einem langen Messer oder Dolche den Pred. S. in dem Augenblicke aiifiel, da er auf die Kanzel ging und ihm mehrere Wunden beibrachte, hat man in der Judenzeitung so glimpflich und zart darzustellen gesucht, daß auf den Juden, der auf Mord ausging, nur sehr geringe Schuld, die ganze Last der Verantwortlichkeit und Schuld aber auf die Mission fällt. Wenn man die Darstellung dieser That in der Allg. Zeitung des Judenthums ansieht, so schrumpft die als Mordthat ausgeschrieene Thatsache zu einer Verwundung zusammen, die ein „I6jähriges Kind" dem Prediger S. beibrachte, an welcher