Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 15 (1859)
- Issue
- 1 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 sich Herr Pastor Mallet schuldig gemacht, das ist das entschliche „Lügenwort," das er gegen Israel ausgesprochen und durch welches er nicht nur den Zorn, die Verachtung und gerechte Schmach aller Juden, sondern auch der Christen verdient. Ist das aber ein Lügenwort, daß Israel „unter dem Fluche Gottes" steht, oder ist nicht vielmehr das ein schmachvolles „Lügenwort," daß der jüd. Prediger, vr.Fr., der doch nach dem Worte Gottes des Alten Testaments lehren und predigen soll und will, diese Lehre von dem Fluche Gottes gradezu leugnet, und sich nicht genug darüber wundern und entsetzen kann, wie man von einem Fluch „des Himmels" sprechen könne? Wahrlich, wer das Alte Testament als Wort Gottes, und also als untrügliche Wahrheit anerkennt, der muß sagen, daß Pastor Mallet die reine, klare, biblische Wahrheit gesprochen hat, wenn er Israel als unter dem Fluche Gottes stehend dargestellt hat; daß aber der Herr vr. Fr. sich als Erzlügner und Verleumder bewährt hat, da er diesen Fluch Gottes auf Israel leugnet. Er geberdet sich in seiner Versöhnungstags-Predigt, als wenn Herr Pastor Mallet der gräulichste Lästerer wäre, den die Gemeinde, vor welcher er den Ausspruch that, daß Israel unter dem Fluch stehe, von der Kanzel hätte jagen müssen, denn er sagt: „Die Gemeinde, von der jene schmachvolle Entweihung des göttlichen Namens gehört wurde — sie, sie mußte austreten und rufen: Du lästerst, du entwürdigest in solchen Worten Gott und das Bekenntniß, für welches Du zu zeugen vorgiebst." Und womit beweist nun der Herr vr. Fr., daß Pastor Mallet's Worte ein „Trugbild der Lüge," eine „wahrheitschändende Stimme," ja sogar „Lästerung" gewesen sei? Er führt zunächst einige Stellen aus Moses und den Psalmen an, die von der großen Gnade, Liebe und Barmherzigkeit Gottes handeln; dann einige Zeugnisse aus Mose, daß Gott ein einiger Gott sei und endlich einige Stellen aus Mose und. den Propheten; in einigen derselben wird Israel ermahnt, heilig, gerecht und liebreich gegen den Nächsten und Fremdling, ehrerbietig gegen die Alten zu sein, und aus den andern Stellen scheint er beweisen zu wollen, daß Gott niemals Opfer von Israel verlangt habe. Und der Schluß, der nun, wie aus dem Ein-