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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 11-12 (1858) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
11-12 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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187 Heilige und Gesalbte Gottes steht da vor seinem Volk und vor Fremden, vor Juden und Heiden, voll Blut und Wunden, ohne zu klagen, ohne zu drohen, von der Welt umgeben, die er verherrlicht hat mit seinem Lieben, mit seinem Leben, mit seinen Worten, mit seinen Thaten, und Juden und Heiden kämpfen um ihn, und die ihn kennen, die er geliebct hat, die er gesegnet hat, die sind wider ihn und die nichts von ihm gehöret haben, die Heiden, sind für ihn. Den Juden gehört er an, an sie ist er mit allen heiligen menschlichen und göttlichen Banden gebunden, und sie zerreißen alle diese Bande und verlangen seinen Tod, und die Heiden, mit denen er nie eine Gemeinschaft gehabt hat, kämpfen für sein Leben. Die Juden behandeln ihn wie einen Verbrecher und die Heiden fragen: was hat er denn Uebles gethan? Die Juden nehmen alle Schuld seines Todes auf sich und rufen frech das Gericht Gottes über sich und ihre Kinder, und die Heiden zittern vor dem Gedanken, sich zu versündigen an dem Blute dieses Unschuldigen. Aber mit dieser Stunde fängt auch eine neue Geschichte auf Erden an. In der jüdischen Welt geht die Sonne unter und über der heidnischen Welt geht sie auf. Wo es hell war, da wird es dunkel, und wo es dunkel war, wird es hell. Wo das Haus Gottes stand, da kommt sein Gericht hin und läßt keinen Stein auf dem andern, und wo die Tempel der Götter stehen, in der weiten leeren Wüste der heidnischen Welt, da schlägt der lebendige Gott sein heiliges Zelt auf und versammelt um sich ein neues Volk des Eigenthums und verbreitet sein Himmelreich bis an die Enden der Erde." Nachdem nun die Predigt die Frage beantwortet hat wie es möglich war, daß der Hosiannaruf Israels sich in sein Gegentheil verwandeln konnte, fährt sie also fort: . . . Das ist die Geschichte Israels bis auf den heutigen Tag. Der Ruf: hinweg mit ihm, war, wenn auch einzelne nicht darin einstimmten, der Ruf des ganzen Volks und er ist es noch heute. Noch immer nennt es den Herrn mit wahnsinniger Erbitterung den Gehängten und spuckt vor seinem heiligen Namen aus und legt auf ihn alle seine Flüche. Christus, der Gekreuzigte, dieser Name, den zuerst ein Engel des Himmels mit himmlischer Freude ausgesprochen

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