Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 11-12 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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184 hat der Herr das Wort gesagt: Wer Vater oder Mutter, wer Weib oder Kind, mehr liebt als mich, der ist mein nicht werth, und wer darf diesem Wort widersprechen? Sein ganzes Leben war Liebe und Wohlthun gewesen und es war nicht seine Schuld, daß nicht Alle seiner Liebe waren froh geworden. Johannes der Täufer hat von ihm gesagt. Er ist über Alle, über alle Menschen, über alle Creaturen, über Alle, die man lieben kann. Und hier steht neben ihm ein wirklicher Verbrecher, ein Mörder, der es eben durch seine That bewiesen hat, daß ihn kein Band mehr an Gott und die Menschen bindet, daß man in ihm den Tod wählt, während man in Jesus das Leben verwirft. Welch ein Frevel ist's, Beide nebeneinander zu stellen! Wie kann zwischen Beiden nur eine Wahl stattstnden? Ja, wenn die Wahl ist zwischen Christus und seinem Kreuz und seiner Schmach, und der Welt und ihrer Lust und Ehre, da ist noch etwas, da ist der Zauber der Sünde, da ist die Lust des Fleisches, da ist die sichtbare Größe der Welt, was mit in die Wagschale der Entscheidung fällt. Aber zwischen Christus und einem Mörder zu wählen und sich wider Christus, für den Mörder entscheiden — man weiß gar nicht, wie man das nennen soll. Für diese Miffethat giebts keinen Namen. Und doch ist sie begangen worden und wiederholt sich fort und fort. Wer wird gehaßt wie er? Wo ist ein Seelenmörder, der nicht bei Wahlen die Majorität wider Christus auf seiner Seite hätte? Erst antwortet die Menge mit tiefem Schweigen. Sie ist erschrocken vor solchem Anblick und vor solcher Wahl. Aber nun fangen die Wühler an zu wühlen. Nun gehen die 70 Männer sammt ihren Anhängern unter dem Volke umher und sagen ihm, wie es stimmen soll. Nun heißt es überall: Seid ihr denn noch so blind? Gehen euch denn nicht endlich die Augen auf, sehet ihr denn nicht, wie er euch betrogen hat, und zwar durch den Mißbrauch des Allerheiligsten das ihr habt, und des Höchsten, das ihr hofft? Sehet ihn doch einmal an: Kann dieser Gebundene der Sohn Gottes sein? Simson zerriß seine Fesseln, warum thut er es nicht, wenn er mehr ist?' Korah's Rotte wurde von der Erde verschlungen, warum stehen wir noch vor ihm, wenn er größer ist, als Mose? Die Pro-