Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 11-12 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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178 wir haben dagegen kein Wort zu erinnern; wir gerade, als Israeliten , können deß uns nur in Gott um seines Wortes Willen freuen. Aber — will man solchen Ruhm gründen auf Herabsetzung der Lehre Israels, und das hat man gewollt; da — da gebietet heilige Pflicht, unsere Stimme laut zu erheben. (Folgt eine Aehrenlese der herrlichsten Stellen, wie: 3. Mose 19, 2. 13; 18, 32. 34; Jerem. 7, 21 — 23; Jes. 1, 11 — 18; 58, 2 — 8.) Dann fährt der Redner fort: „Und das Volk, das die Männer solcher Verkündigung als seine gottgesandten Propheten ehrt und ihre Schriften als Richtschnur seines Lebens ansieht, und sie lehret seine Kinder — das stünde unter dem Fluche Gottes? und der Gott, der Fluch walten ließe über einem Volke Jahrtausende lang, wäre der „Gott der Liebe?" Ja nur der Gerechtigkeit? O, nicht wir, sondern die Gemeinde, von der jene schmachvolle Entweihung des göttlichen Namens gehört wurde, — sie, sie mußte austreten und rufen: Du lästerst, Du entwürdigst in solchen Worten Gott und das Bekenntniß, für welches Du zu zeugen vorgiebst!" „Aber die Werke, die der Glaube schafft! An den Werken wollen wir ihn, wie an der Frucht den Baum erkennen!-Ich folgte auch den Fragen und Bestrebungen der zum frommen Werke hier Versammelten. Da ist und war ja sicher viel Gutes. Ich las auch — und wohl auch Ihr — wie im Namen einer speciellen Liebe Werke der Wohlthätigkeit geübt, die Sorge für die Armen betrieben werden müsse. Ganz gut. Aber ich las und las wieder — ich fragte mich: Sollte das der mit so salbungsvollen Reden gepriesene hohe Vorzug der Sache der Berathenden und Redenden sein, daß man die Werke der Wohlthätigkeit nicht blos von Staatswegen, sondern um Gottes und der Pflicht willen übt? Und daß mit Einschränkungen und Verclausulirungen und nach strenger Controle und nach Prüfung und Erwägungen von Vielen, Vielen — den Armen Hülfe und Unterstützung gebracht werden soll; daß also das oft gar zarte Geheimniß der stillweinenden Armuth durch, wenn auch geistlichamtlichen, doch nimmer amtlichen Blick entschleiert, und dann wieder der Arme zur Zerknirschung gebracht werden, an den Rand des Abgrunds kommen müsse, bis ihm die helfende Hand gereicht