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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 11-12 (1858) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
11-12 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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m als sich taufen zu lassen! das ist doch in der That eine zu plumpe Behauptung, als daß sie von Jemanden anders, als dem leichtgläubigsten Menschen geglaubt werden kann. Was soll die Gesellschaft wohl damit bezweckt haben? Etwa blos um sagen zu können, daß sie einen Proselyten gemacht hat? Nun wäre es ihr darum zu thun, nur recht viele Proselyten zu haben, ohne auf die Beweggründe ihres Uebertritts zu sehen, und wollte sie Jedem eine lebenslängliche jährliche Rente zahlen nicht von 4000, sondern nur von 400, ja von 40 Fl., wahrlich! sie könnte dann jeder Zeit solche Proselyten zu Dutzenden ja Schocken haben, und zwar nicht blos von Ungelehrten, sondern von „Schriftgelehrten." Daß dem in der That so ist, das wissen die Missionare am besten, das wird aber auch Herr Frankl nicht bezweifeln wollen, da er ja selbst sagt, daß manche Juden eigens nach Jerusalem gehen, um sich hier, wo es mehr Vortheile gewährt, taufen zu lassen, und zugleich einen polnischen Juden sich beklagen läßt, daß selbst auch da die Juden mit ihrer „Concurrenz" den Handel verdorben haben. Oder ist etwa der betreffende „jüdische Schriftgelehrte" eine so ausgezeichnete, berühmte und wundervolle Persönlichkeit, daß er einen so hohen Preis werth ist? Was aber würde selbst dann, wenn wir rechnen wollen, die Missionsgesellschast für Gewinne oder welchen Nutzen für ihre Zwecke haben? Oder woher sollte sie wohl endlich das Geld nehmen, wenn sie für einen einzelnen Juden so viel zahlen wollte? Glaubt Herr Frankl nun aber wirklich solche Märchen und Abgeschmacktheiten, so mag er sich, wie auch die Leiter deS jüdisch-literarischen Instituts, von welchem sein Buch herausgegeben ist, von jedem unbefangnen Juden und Christen auslachen lassen. Wir aber müssen ausrufen: O Frankl, dein Glaube, oder vielmehr deine Leichtgläubigkeit ist groß! Das alles gilt und noch weit mehr von dem zweiten Falle. Ein Jude hat SS,000 Piaster — nahe an 1700 Rthlr. — gestohlen, und diesen Dieb erkauft die Missionsgesellschaft für 3000 Piaster oder S00 Rthlr. So erzählt Herr Frankl, fügt hier aber nicht bei, ob sie ihm noch eine andere Bedingung gestellt hat, als die der Taufe. Von wem weiß dies nun aber Herr Frankl? Von Nie-

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