Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 11-12 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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170 und Hohenpriestern, ja allen Feinden des Herrn Jesu bisher noch ergangen ist. Die Geschichte kann ihn darüber belehren. Kehren wir nun zurück und besehen uns die von Herrn Frankl angeführten beiden Fälle etwas näher. Zunächst sollen einem jüdischen Schriftgelehrten 4000 Fl. jährlich in Silber als lebenslängliche Rente angeboten worden fein, und zwar ohne alle weitere Verpflichtung für ihn, als sich taufen zu lassen. Und vön wem ist ihm dieses Anerbieten gemacht Wörden? Herr Frankl antwortet uns: „Von der Bibelgesellschaft." Wir möchten dies gern für einen Schreib¬ oder Druckfehler, oder auch für einen Gedächtnißfehler — der ja auch einmal einem Gelehrten wiederfahren kann — ansehen; aber dazu giebt uns der Zusammenhang weder Recht noch Grund. Wir müssen daher annehmen, daß Herr Frankl zwischen Bibel-und Misstonsgesellschaft gar keinen Unterschied macht, sondern beide Gesellschaften für ein und dieselbe hält. Denn wäre ihm der Unterschied beider bekannt, so würde er auch wissen, daß es die Bibelgesellschaft nur mit der Verbreitung aber nicht mit der Predigt des Wortes Gottes zu thun hat, also auch nicht mit der Aussendung von Missionaren uud der Bekehrung einzelner Individuen oder ganzer Völker, wie sehr sich natürlich auch alle Mitglieder dieser Gesellschaft freuen würden, wenn sich die ganze Welt zu Jesu bekehrte. . Herr Frankl würde dann aber auch dem, derihm erzählte, daß ihm von der Bibelgesellschaft ein Anerbieten wie das oben genannte gemacht worden sei, haben antworten können: Freund, du irrst dich, die Bibelgesellschaft kann das nicht gewesen sein, denn die hat es nur mit der Verbreitung der Bibel zu thun? Was nun aber hier der Bibelgesellschaft zugeschrieben wird, das soll augenscheinlich der Misstonsgesellschaft und den Missionaren gelten. Hier aber wissen wir in der That nicht, was wir mehr bewundern sollen, ob die Unkenntniß des Herrn Frankl mit der Mission. oder seine Leichtgläubigkeit — denn daß er aus Böswilligkeit solche Geschichten erfunden haben sollte, wollen wir ihm nicht zutrauen — Die Bibel- oder besser Misstonsgesellschast soll einem jüdischen Schriftgelehrten eine jährliche, lebenslängliche Rente von 4000 Fl. in Silber angeboten haben ohne jede andere Verpflichtung,