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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 11-12 (1858) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
11-12 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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169 bisher so furchtsamen Jünger auf einmal mit unüberwindlichem Muth und mit Kraft auftraten und in dem gekreuzigten und wieder auferstandenen Jesu Vergebung der Sünden und die Auferstehung der Todten predigten, und zwar mit solchem Erfolge, daß Tausende ihren Worten glaubten. Alles Verbieten solcher Predigt, alles Drohen, ja selbst Verfolgen half nichts. Die Jünger antworteten: Wir können es ja nicht lasten, daß wir nicht reden sollten, was wir gesehen und gehöret haben, freuten fich, daß sie gewürdigt worden waren um Christi willen Schmach zu leiden und predigten fort. Bald wurde nun auch das Evangelium zu den Heiden gebracht und von Tausenden angenommen und bald hieß es, daß die Jünger des Herrn mit dieser Lehre den Erdkreis erfüllten. Freilich fand das Evangelium auch bei den Heiden nicht weniger Widerstand, als bei den Juden. Tausende, ja Hunderttausende von Christen find oft auf das grausamste hingeschlachtet worden. Aber was hats geholfen? Je mehr das Christenthum verfolgt wurde, desto weiter verbreitete es stch, je mehr Christen hingeschlachtet wurden, desto zahlreicher wurden ste, denn gerade mit ihrer Standhaftigkeit, mit ihrem Bekenntnisse und mit der Freudigkeit, mit welcher ste in den Tod gingen, bestegten ste ihre Feinde und zwangen sie, die Göttlichkeit ihres Glaubens anzuerkennen und stch auch demselben hinzugeben. Doch genug; wir wollen ja keine Geschichte der christlichen Kirche schreiben. Wir sehen es mit Augen, das Christenthum hat gesiegt und siegt noch, die gebildetsten Völker bekennen sich zu ihm, und wohin es nur immer dringt, verbreitet es auch Bildung und Gesittung. Dagegen sind seine Feinde stets zu Schanden geworden und werden es heute noch. Ist nun aber das Christenthum, das ist die Lehre unsers hochgelobten Heilandes, eine solche Macht, welche Berechtigung hat da wohl derjenige, der die Wahrheit dieser Lehren nicht glaubt, zu ihrer Verspottung und zur Verhöhnung derjenigen, welche dieselbe befolgen? Etwa seine eigene Vernunft und die durch dieselbe erlangten Ansichten und Meinungen? Diese Berechtigung wollen wir ihm nicht streitig machen; aber er mag wohl zusehen, wie er damit vor Gott bestehen werde, und sich in Acht nehmen, damit es ihm nicht ergehe, wie es den Schriftgelehrten, Pharisäern

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