Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 11-12 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554686-2554693--02985-2558872- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
167 die Zeit, spricht der Herr, daß man nicht mehr sagen wird: So wahr der Herr lebt, der die Kinder Israels aus Egyptenland geführet hat; sondern: So wahr der Herr lebt, der die Kinder Israels geführet hat aus dem Lande der Mitternacht und allen Ländern, dahin er sie verstoßen hatte. Denn ich will sie wieder bringen in das Land, das ich ihren Vätern gegeben habe. Siehe, ich will viele Fischer aussenden, spricht der Herr, die sollen sie fischen, und darnach will ich viele Jäger aussenden, die sollen sie fangen auf allen Bergen und auf allen Hügeln und in allen Steinritzen." Vergl. Hesekiel 47, 10. Wie, wenn nun Herr Frankl die Mission, die ja nichts Anderes ist, als die Vollziehung des Befehls Jesu Christi: „Gehet hin in alle, Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur, " spöttisch und verächtlich „einen heiligen Menschenfischfang" nennt, spottet er denn damit nicht auch zugleich unfern Herrn Jesum Christum, auf deffen Befehl die Mission unternommen und betrieben wird? Spottet er damit nicht auch zugleich unfern christlichen Glauben, der auf den Aussprüchen Jesu Christi beruht, und unsere evangelische Kirche, welche sonntäglich um einen Segen für die Predigt des Evangeliums unter Heiden und Juden betet? Ja spottet er nicht sogar seine eigenen heiligen Schriften, ja Jehovah selbst, den Heiligen Israels, der in der angeführten Stelle aus Jeremias selbst von einem Menschenfischen redet? Was ist nun aber wohl von einem Menschen zu halten, der nicht blos die Aussprüche deffen, welchen die Christen für ihren Gott und Heiland halten und darum auch seinem Befehle, das Evangelium aller Kreatur zu predigen, gehorsam sind, sondern auch die Aussprüche seiner eigenen Propheten, ja des Herrn Jehovahs selbst ins Lächerliche und Spöttische herabzieht? Odersollten wir etwa annehmen, daß er weder die Aussprüche Jesu und des Propheten, noch überhaupt die christliche Religion vor Augen gehabt habe, sondern allein die Mission? Oder daß wir ihm als Juden solche Ausdrücke nicht zu hoch anrechnen dürften , da er ja als solcher nicht an die Wahrheiten des Chri-