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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 11-12 (1858) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
11-12 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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165 wenn man sie vom sittlich-religiösen Standpunkte aus und die Persönlichkeiten betrachtet, die sich — von den Hirten einhürden lassen." „Wenn auch in der Lage, war es nicht mein Vorhaben, die Mittel kennen zu lernen und nach ihnen zu forschen, welche von der Mission angewendet worden, um Juden zur Taufe zu bewegen. Daß es aber ein goldenes Netz sei, mit welchem der heilige Menschenfischfang getrieben wird, darüber waltet, wenigstens in Jerusalem kein Zweifel ob und Jeder, der darnach fragt, kann diese Auskunft erhalten." „Mir selbst ist ein Fall bekannt, daß einem jüdischen Schriftgelehrten von der englischen Bibelgesellschaft eine lebenslängliche Rente von 4000 Fl. in Silber jährlich, ohne alle weitere Verpflichtung , als sich taufen zu lassen, angeboten wurde. Beide Personen, zwischen denen der Handel stattfinden sollte, leben noch, der eine in Wien, der andere in Konstantinopel. So einfach und keines Lobes werth die Ablehnung ist, eben so schmachvoll erscheint der Antrag. „Die Lateiner unterstützen ebenfalls diejenigen, die katholisch werden, jedoch erst, wenn sie übergetreten sind. Die Protestanten geben Handgeld und demoralisiren die Familie. Wenn Eltern ihre Kinder streng anlassen, erwidern diese nicht selten trotzig drohend: Ich gehe zu der Mission." „Eines Tages, als ich mit meinem Gastfreunde durch den Bazar ging, redete mich ein Mann an, ihm 3000 Piaster — etwa 200 Rthlr. — zu schenken, die er der Mission schulde; ich rette ihn so, mit seinem Weibe und sechs Kindern vor der Taufe. Dieser Mann stahl 25000 Piaster — beinahe 1700 Rthlr. — und als die Juden sich für den Dieb nicht verwenden wollten, ging er aus Rache zur Mission und eben kein Glaubenskoloß, ging dieser edle Rhodiser unter die Protestanten. Dies eine Beispiel mag beweisen, auf welcher Stufe der Moral und Sittlichkeit diejenigen stehen, welche die Mission nach der nnvertilgbaren Ansicht der Juden im gelobten Lande zu „Götzendienern" macht. Es ist bekannt, daß manche Juden eigens nach Jerusalem reisen, um sich hier, wo es mehr Vortheile gewährt, taufen zu lassen. Es kommt wohl auch vor, daß solche Religions-Reisende sich wie sie eben der Weg führt in

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