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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 9-10 (1858) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
9-10 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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157 denen gewähren, welche an dasselbe glauben können," sagte ein solcher Jude mit einem tiefen Seufzer. Er bat mich dann, ihm und seinen Brüdern die Beschaffenheit und Wichtigkeit des Paffalammes zu erklären, was ich auch gern that. Als ich zu ihnen über Israels Gefangenschaft in Egypten und ihre Erlösung durch Moses sprach, und dabei zeigte, daß diese Erlösung ein Vorbild auf die Erlösung durch unfern Herrn und Heiland Jesus Christus war, bemerkte einer der Juden gegen einen rabbischen polnischen Juden, welcher zufällig in die Stube getreten war und unserer Unterhaltung eine Zeitlang zugehört hatte: „Sehen Sie nicht Rabbi A—? Unsere Rabbinen streiten sich beständig über die Meinung und richtige Erklärung von Schriftstellen und können sich niemals einigen; denn die Erklärung der einen Schriftstelle widerspricht dem Sinne anderer Stellen, aber die Erklärung der Christen aller dieser Stellen ist viel erbaulicher und ihnen weit entsprechender." Rabbi A—, welcher ein wenig über die ehrliche Bemerkung seines gutmüthigen Freundes bestürzt war, versuchte einige Einwürfe zu machen, aber da er von seinen Brüdern, welche lieber lernen als disputiren wollten, unterbrochen wurde, so fuhr er fort unserer Unterhaltung ruhig zuzuhören. Mehrere dieser Juden haben mich wiederholentlich besucht, und zwei von ihnen verbrachten gestern den ganzen Nachmittag bei mir. Sie sagten mir, daß sie von Herrn — einige Theile des Neuen Testaments im Jüdisch-Polnischen erhalten, daß sie dieselben gelesen hätten und daß der Inhalt sie sehr erfreut hätte; aber sie zweifelten, daß alle diese Thatsachen wirklich im Alten Testamente vorherverkündigt seien. Man muß es sehr bedauern, baß die Juden weder Hebräisch noch Deutsch verstehen. Das Hebräische können sie lesen, aber nicht übersetzen, daher es umsonst sein würde, ihnen eine Hebräische Bibel anzubieten, die sie doch nicht verstehen könnten. Ich bot ihnen jedoch einige Theile der Bibel im Jüdisch-Polnischen an, wie auch einige Traktate und ein Neues Testament in derselben Sprache, was sie mit der größten Dankbarkeit annahmen. Am letzten Sonnabende wurde ich von vier rabbinischen Juden besucht, einer von ihnen, Lehrerund Schochat, schien das Verlangen zu haben, sich mit mir in-eine religiöse Unterhaltung eingelassen^;

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