Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 9-10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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151 nicht fürchten, den Sabbath zu brechen; denn Sie geben mir dieselben nicht." Ich bat ihn, mir ein wenig zuzuhören, und nahm nun Gelegenheit, ihm die Einsetzung des Ruhetages, seine Absicht und seinen Zweck darzulegen, und zeigte ihm dann die Gottlosigkeit, in solcher Weise die Gebote des heiligen Gesetzes Gottes zu umgehen. Vor Kurzem starb ein reicher Chacham, und sein Leichenbegängniß fand mit all dem Anfwande statt, welchen der Rabbinismus erfinden konnte. Wir denken natürlich sogleich an zahlreiche Wagen, glänzende Equipagen, reiche Verzierungen u. s. w., wenn wir von kostbaren und theuern Begräbnissen in Europa hören; aber hier war nichts -der Art zu sehen, und doch waren die Kosten enorm. Für ein Grab an einem Lieblingsorte — auf der astatischen- Seite — wurden mehrere tausend Piaster bezahlt, die Träger des Sarges beanspruchten und erhielten einen gleichen Theil, und auch die Cantoren nnd Sänger und Beter wurden nicht vergessen. Die Bahre wurde von Männern getragen und um eine oder zwei (englische) Meilen zu gehen, brauchte man nahe an zwei Stunden. Die sieben Trauertage wurden von Chachamim, welche dazu gedungen waren, mit Rauchen, Kaffee trinken und dem Lesen der nvi-r'v (Tert deö Talmuds) verbracht. Der Sabbath, welcher zwischen diese Tage fällt, ist der größte derselben, und das Trauerhaus wird von Hunderten von Leuten besucht, welcheTheil an diesen ftommen Erercitien nehmen. In einer der Synagogen wurde eine Trauerrede gehalten, in welcher dem Stolze der Lebenden geschmeichelt wurde, indem man die Todten mit Lobpreisungen überhäufte, und der Dahingeschiedene, da er'ein Chacham war, trug einen großen Theil von denselben davon. Ein anderer reicher Mann, welcher um dieselbe Zeit starb, war nicht so glücklich, unverletzt durch diese Ceremonien durchzukommen. Während die Chachamim sich am Sonnabende mit Kaffee, dem den Morgenländern unentbehrlichen Getränke, gütlich thaten, meinte einer von ihnen, er rieche den Geruch von Kaffee, der eben gebrannt würde. Es wurde sogleich eine Untersuchung vorgenommen, und zu ihrem großen Entsetzen fand man einen griechischen Knecht für die Gäste, die fortwährend noch kamen, Kaffee brennen. Die erschreckten und betroffenen Rabbiner schloffen sogleich, daß die wohlriechen-