Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 9-10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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150 schöne Lieder. Ihre andächtigen und ernsten Gesichter, mit welchen sie in vollkommener Harmonie: „Wie süß klingt der Name Jesus" anfingen, waren wahrhaft rührend, und ich bin überzeugt, daß wenn diejenigen, welche einen günstigen Einfluß der Mission unter den Juden bezweifeln, dann und wann Zeuge eines solchen Anblicks sein könnten, sie den Fortschritt unsers wichtigen Werkes nicht länger in Frage stellen würden." Außer diesem Berichte des Herrn Prediger Stern liegt uns noch ein zweiter aus Konstantinopel vor, nämlich von dem Herrn Prediger Goldberg, den wir unfern Lesern auch nicht vorenthalten wollen. Herr Goldberg schreibt: „Ich hatte viele Besuche von Juden, und unter ihnen waren viele, welche Bibeln haben wollten. Das Verlangen nach der heiligen Schrift ist gegenwärtig sehr groß, und ich bedaure nur sagen zu müssen, daß ich demselben nicht genügen kann. Die hebräische Bibel in 8° ist weder bei uns noch bei der Bibelgeschast vorräthig, und die kleine Ausgabe von Bagster ist, obschon sie einen sehr schönen und deutlichen Druck hat, doch für Kinder oder ungelehrte Leute zu klein. Ihre Sendung der Haphtorah (Pentateuch mit Haphtorah), welche ich vor einigen Tagen erhielt, kam daher sehr gelegentlich und ersetzte einiger Maßen den Mangel an Bibeln. Die Hälfte derselben ist bereits fort. Einige wurden für die Grim gekauft, eine andere Zahl für Adrianopel, und ich mußte einige Vorsicht gebrauchen, um einige in Reserve für Stambul zu behalten. Es ist eine erfreuliche Thatsache, daß sich nicht allein die Juden hier meistens der Bibeln bedienen, welche durch christliche Freigebigkeit gedruckt und verbreitet werden, sondern daß auch die Pentateuche, welche in den jüdischen Schulen von jüdischen Kindern gebraucht werden, meistens solche von unserer Gesellschaft herausgegebene sind. Am Sonntag Morgen kam ein alter Chacham (Weiser) um Bibeln zu kaufen, der natürlich damit aus dem einfachen Grunde zurückgewiesen wurde, daß es der christliche Sabbath sei. „Sie geben mir die Bücher," sagte er, „und ich werde Ihnen morgen das Geld geben." Auch das lehnte ich ab. „Gut," fuhr er fort, ich will mir die Bücher selbst nehmen, und so dürfen Sie sich