Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1858-01-01 · 9-10 (1858) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
9-10 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554686-2554692--02961-2558847
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

144 frage und bemühte mich nur zu seinem Herzen zu reden. Bald gesellten sich eine Anzahl Juden zu uns, welche anfingen eine Menge Fragen aufzuwerfen, und mich bald in einen Streit verwickelten, der in einem sehr freundlichen Geiste sortgeführt wurde. Es waren zwischen vierzig und fünfzig Juden gegenwärtig. Dies/r Streit dauerte nahe an fünf Stunden, während welcher Zeit viele zu verschiedenen Malen weggingen und wiederkamen. Viele von ihnen schienen durch meine Antworten zum Theil überzeugt zu sein und wünschten lieber sich mit mir zu Hause zu unterhalten, wo sie, wie sie sagten, ihre Meinungen freier äußern könnten, ohne von andern Juden belauscht zu werden. Andere sagten: „Sie müssen nicht fortgehen, wir hören Sie gern von diesen Dingen reden; setzen Sie Ihr Gespräch fort, wir werden hier bleiben." Nach einiger Zeit jedoch gingen sie fort, und der polnische Jude begleitete mich nach Hause. Er äußerte den Wunsch, Deutsch zu lernen und versprach in seinem Kommen regelmäßig zu sein. Bruder Brühl übernahm den Unterricht, da ich bald eine Misstonsreise antreten wollte. Bis zu dem Tage, als ich Bagdad verließ, hatte ich jeden Tag mehrere Stunden hindurch Juden sowohl im Depot, als auch zu Hause. Der Kreis unserer Unterhaltung ist beschränkt, weil sie größten Theils der ungebildeten Klasse angehören. Es ist ein Jude hier, ein Rabbiner, tvelcher sehr gut unterrichtet zu sein scheint und einen Geist aufrichtigen Suchens zeigt. Wir sprachen einige Zeit mit ihm über die Beweise des Christenthums. Er legte uns eine Menge Fragen vor, von denen wir einige mit Beweisgründen, andere mit Anführung von Stellen aus dem Neuen Testamente beantworteten." Constantinopel. Wir lassen diesem Berichte aus Bagdag einen andern aus Constantinopel folgen, der mit Interesse gelesen werden wird. Herr Prediger Stern schreibt: „Einen der schlagendsten Beweise dafür, daß die Missionsbestrebungen unter der Masse der Juden in dieser Stadt von wohlthätigem und heilsamen Einsiusse sind, ist die Bekehrung Einiger

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.