Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 9-10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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143 zum Helfen fand. Zugleich sagte ich ihm, daß er sich bemühen müsse, fleißig für das tägliche Brot zu arbeiten, da es weder angenehm noch ehrenhaft sei, völlig von anderer Leute Wohlthat abzuhängen. Ich sprach mit ihm von dem Einen, was noch thut — von der Nothwendigkeit, in der Religion entschieden zu sein, von dem Bestreben, ein größeres Wohlgefallen an dem Blute Jesu zu haben, und von dem Gebote um die Heiligung durch den heiligen Geist. Die Juden, mit diesem Erfolge nicht zufrieden, sannen darauf, ihn durch List ins Gefängniß zu bringen. Glücklicher Weise kam unser Kolporteur dahinter, als der arme Bursche die Einkerkerung während einer Nacht erduldet hatte; und nachdem er dargethan hatte, daß keine wirkliche Ursache für seine Einsperrung vorhanden sei, und daß dies nur durch die Bosheit der Juden bewirkt worden sei, verschaffte er ihm seine Freiheit. Das ist ein Probestück von den guten Werken der Juden, wie sie in dem Monat Elul oder o'»m unn (Monat der Barmherzigkeit), wie sie ihn nennen, gethan werden. Der Cherem (Bann) der vor einiger Zeit über uns und das Depot ausgesprochen wurde, ist von einigen Juden noch nicht ganz vergessen, und folglich wagen es sehr viele nicht zu kommen, die es sonst thun würden. Aber es sind doch mehrere, welche sich nicht darum kümmern, und welche uns sowohl zu Hause, als auch in dem Depot besuchen; unter diesen sind einige aufrichtige Forscher nach der Wahrheit. Eines Tages, als ich im Depot saß, trat ein polnischer Jude ein. Ich begann mit ihm über das Christenthum zu sprechen, aber er wünschte mich mit seiner Geschichte bekannt zu machen und erwähnte, daß er in Jerusalem gewesen sei. Ich fragte ihn, ob er mit irgend einem der Missionare in Berührung gekommen sei, worauf er mit ja erwiderte und hinzufügte, daß er mehrere Monate die Wohlthat unsers Hospitals genoß und viele Liebesbeweise von christlichen Brüdern daselbst erhielt. Als ich an einem andern Tage wie gewöhnlich nach dem Depot ging, gesellte sich der polnische Jude zu mir, mit welchem ich mich vor einigen Tagen unterhalten hatte. Ich fing wiederum an mit ihm über das Christenthum zu sprechen, vermied aber jede Streik-