Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 9-10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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142 zurufen, wie die in Damaskus vor ungefähr achtzehn Jahren, wobei die Juden so viel litten. Aber hier wurde wieder bemerkt, daß die Juden selbst sehr gut wüßten, daß sie in der Stadt keine besseren Freunde hätten, als die Missionare, und daß es schwer sein würde, einem solchen Gerüchte auch nur für einen Augenblick Glauben zu verschaffen. Und so wurde in der Sache nichts gethan; und da sich unterdessen das Gerücht von diesen Berathschlagungen unter den Juden verbreitet hatte, so erniedrigte dasselbe die Rabbinen nur noch mehr in ihren Augen. Herr Missionar Eppstein, ebenfalls in Bagdad, erzählt ein anderes Beispiel von Verfolgung. Er schreibt: Ein Mann mit Namen — ein Chiordakchy, (Sommerhaus- Bauer) kam zu uns und bat uns, daß wir ihm behülflich sein möchten, daß er seine Miethe bezahlen könne. Er hatte lange Zeit vorher die Missionare hier besucht und wohnte regelmäßig unsern Sonntags - Gottesdiensten' bei. Dies entzündete die. Juden gegW ihn, besonders aber seinen Vater, von welchem er wegen seiner Hausmiethe abhing. Es war am Anfänge des Monats Elul, dem Monate, welchen die Juden besonders guten Werken weihen, daß sein Vater, welcher wahrscheinlich dachte, daß das beste Werk, welches er thun könne, das sei, seinen Sohn zum Judenthume zurück zu führen, ihm in der Straße begegnete und zu ihm sagte: „Ich werde dich weder unterstützen, noch als meinen Sohn anerkennen, so lange Du zu den Missionaren gehst." Ihr Gespräch versammelte eine Anzahl Leute um sie und in ihrer Gegenwart sprach er: Ich bin ein Christ und Hoffe als solcher zu leben; aber wenn Du mich als Deinen Sohn anerkennen und mir helfen willst, so werde ich sehr dankbar dafür sein; wenn nicht, so setze ich mein Vertrauen auf den Herrn, er wird für mich sorgen." Sein Vater antwortete, daß er ihn verstoßen werde, und die Juden überredeten den Wirth, einen Moslem, ihn wegen der Miethe zu drängen. Es wurden sogleich Beamte ins Haus geschickt, ihn zu zwingen, entweder die Miethe zu zahlen oder dasselbe zu verlassen. In dieser schwierigen Lage wußte er keine besseren Freunde, an die er sich wenden könne, als die Missionare, wo er willige Herzen zum Mitleid, und bereite Hände