Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 9-10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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141 einen heilsamen Eindruck auf das Herz des Entschiedensten Gegners. Auch haben mich M — s Schwestern und Schwiegervater besucht, um sich nach ihm zu erkundigen, da sie ohne alle Nachricht von ihm waren. Anfangs waren seine Schwestern sehr heftig, aber ich sagte ihnen, daß ich ihnen, so lange sie in diesem Tone fortfahren würden, nicht die geringste Mittheiluug machen würde, und daß es gerade solche Heftigkeit gewesen wäre, welche ihren Bruder weggetrieben hätte. Dann wurden sie in der That sehr bescheiden, und ich sprach, ein wenig mit ihnen über den christlichen Glauben. Sie waren sehr dankbar und versprachen, an ihren Bruder zu schreiben und ihn aufs feierlichste zu versichern, daß sie ihm durchaus kein Hinderniß in den Weg legen, sondern ihm erlauben würden, seinen religiösen Ueberzeugungen unbelästigt zu folgen, wenn er nur zu ihnen zurückkehren wolle. Seitdem habe ich seinen Schwiegervater mehrere Male gesehen und mit ihm über das Christenthum gesprochen; er schien großes Interesse daran zu haben, und in Betreff des Uebertritts seines Schwiegersohnes zum Christenthume ganz beruhigt zu sein und fragte mich, ob denn in— eine jüdisch-christliche Gemeinde sei, der er sich anschließen könne, und ob überhaupt noch einige im Lande wären, außer der in Jerusalem. Die Rabbinen hielten es auch für ihre Pflicht, einige Zeichen ihrer administrativen Wirksamkeit zu geben. Zuerst wurde der Vorschlag gemacht, über Jeden, der das Missionshaus betreten würde, ein Cherem (Bann) auszusprechen; einer der Verschmitztesten bemerkte jedoch, er wisse, daß wir bisher solche Personen, welche aus selbstsüchtigen Beweggründen kämen, in keiner Weise ermuthigt hätten; wenn sie nun aber durch öffentliche Verordnung die Aufmerksamkeit solcher Leute erregten, so würden wir eine größere Zahl von Zuhörern und Personen bekommen, welche leicht verleitet werden könnten, dem Judenthume zu entsagen. Einige Tage darauf, als M— verschwunden war, machte einer den Vorschlag, mich bei der Behörde als einen Seelenverkäufer anzugcben; und da dieser Gedanke als unausführbar bezeichnet wurde, so wurde vorgeschlagen, wenigstens unter dem Volke ein solches Gerücht zu Verbreiten, um dadurch eine ähnliche Bewegung hervor-