Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 9-10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Schwester, willigte er ein, in das Bad zu gehen, und gab ihnen das Versprechen, sich nach seiner Wohnung zu begeben. Als er aus dem Bade kam, sagte er zu den versammelten Rabbinern: „Damit der Schritt, den ich eben jetzt gethan habe, nicht mißverstanden werde, so erkläre ich hier öffentlich, daß der Messias gekommen ist, daß Jesus von Nazareth der Messias ist, und daß ich an ihn zum Heile meiner Seele glaube." Er ging nach Hause und wurde nun beinahe zwei Tage streng bewacht, während welcher Zeit wir nur verwirrte Gerichte vernahmen von dem, was sich in Bethdin zugetragen hätte. Am dritten Morgen jedoch kam er und erzählte uns flüchtig, daß er uns einige Tage nicht besuchen könnet aber versicherte uns zugleich, daß sein Glaube unerschüttert geblieben sei, und bat uns dringend, ihm die Mittel zu geben, daß er Bagdad verlassen, oder sich wenigstens auf eine Zeit davon entfernen könne. Nachdem wir diese Bitte ernstlich und mit Gebet erwogen hatten, hielten wir es für das Beste, sie ihm zu gewähren, und so verließ er uns vor 14 Tagen, um nach — zu gehen, wo, wie wir hoffen, sein Aufenthalt in einer christlichen Gemeinde und entfernt von allen jüdischen Verbindungen und Vorurtheilen, ihn zur Ausnahme in die sichtbare Kirche Christi vorbereiten wird. Dies öffentliche Bekenntniß M—s hat unter den Juden eine große Aufregung hervorgebracht und ist im Ganzen unserm Werke eher günstig gewesen. Viele Verwandte, Freunde und Bekannte M—s sind in das Missionshaus gekommen, um etwas von der Religion zu hören, die einen so befremdenden Einfluß auf ihren Freund ausgeübt hat, so daß wir bisweilen acht bis zehn derselben an einem Sonnabende bei uns hatten. Bei solchen Gelegenheiten ist freilich nur wenig an Predigen und kaum an eine nützliche Unterredung zu denken, denn da ein Jeder eifrigst bemüht ist, seine überlegene Gelehrsamkeit und Orthodorie zu zeigen, so artet das Ganze gar bald in eine kämpfende Discusion aus, indem der Missionar das seine behauptet, und ein halb Dutzend zornige Stimmen ihn unterbrechen und zwecklose oder lächerliche Einwendungen machen. Allein wir müssen das Beste hoffen, und bisweilen macht ja auch nur ein Wort der Ermahnung, ein Ausspruch der heiligen Schrift