Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 9-10 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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139 von Juden, welche, als wir versuchten sie anzureden, erwiderten, daß sie gekommen wären, mit M — über Geldangelegenheiten zu reden. Da unser Frühstück auf dem Tische stand, so ließen wir sie allein zusammen; aber bald erfuhren wir mit Bedauern, daß sie M — vermocht hatten, sie in ein Kaffeehaus zu begleiten, vorgeblich, um daselbst die Rechnungen in Ordnung zu bringen. Sie hatten kaum die Straße erreicht, als sich etwa fünfzehn bis zwanzig Juden mit ihnen vereinigten, welche M — zum Bethdin (jüdischem Gerichtshöfe) theils leiteten, theils schlepten. Hier wurde zuerst ungerechter Weise eine Forderung von ungefähr 45 Schillingen (15 Thlr.) an ihn gemacht, die zu bezahlen er verurtheilt wurde, was er auch sofort that, ohne ein Wort zu sagen. Als die Rabiner sahen, daß dies nichts half, so fingen sie an, wie sie es nannten, die Missionare zu überbieten, indem sie ihm anboten hundert, und dann zwei hundert Pfund zu geben, wenn er eine Schrift unterzeichnen wolle, in der er sich verpflichte, an dem Tage, an welchem er die Missionare besuche, die doppelte Summe zurück zu zahlen; aber er wies ihr Anerbieten standhaft zurück. Nachdem sich auch Drohungen unwirksam bewiesen hatten, stimmten einige für Gewalt (während ihrer Berathung stürzte seine Schwester in das Rathszimmer und machte den Rabbinen Vorwürfe wegen ihres Kleinmuths, indem sie drohte, ihn zu tödten und sich dann selbst umzubringen), andere aber sagten, daß sich M —, wenn sie bis zum Aeußersten vorgingen, im Rache vor dem Gouverneur für einen Christen erklären und dadurch ihren Zweck vereiteln würde, und so behielten endlich friedlichere Rathschläge die Oberhand. Unterdessen unterhielten sich einige von den geringeren Rabbinen mit M — über den Schritt, den er gethan hatte, und er gab ihnen seine Beweggründe dafür an, welche er mit Beweisen aus der Bibel erhärtete, und sie oder irgend einen von den gegenwärtigen Rabbinen herausforderte, sie zu widerlegen. Die Rabbiner lehnten den Kamps ab, forderten dagegen gebieterisch einen Widerruf von ihm und seine Unterwerfung unter eine namentliche Strafe (Neununddreißig Streiche) und ein Reinigungsbad. Anfangs verwarf er Alles; endlich aber, erschreckt oder besiegt von den wahnsinnigen Bitten und den heftigen Drohungen seiner