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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 9-10 (1858) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
9-10 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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136 dieselbe billigen und gutheißen. Dennoch können sie nicht leugnen, daß das rabbinifche Judenthum sie billigt. Die Begebenheit selbst wurde in einem englischen Blatte also erzählt: „Ein Brief aus Amsterdam vom 2. August 1858 erzählt die folgende traurige Nachricht von einem Versuche, welcher am vorigen Sabbath auf Herrn Schwarz, Prediger der Freien Kirche und Missionar an die Juden in Amsterdam gemacht wurde, um ihn zu ermorden. Dr. Thompson schreibt darüber also: Gestern Vormittag um 10 Uhr ging ich zu dem Versammlungsorte, wo Herr Schwarz predigt, um mit der großen Versammlung anzubeten und Herrn Schwarz's Predigt zü hören. Da ich den Weg dahin nicht sogleich finden konnte, kam ich etwas spät und war erstaunt zu sehen, daß alle Leute in großer Aufregung innerhalb und außerhalb gruppenweise herumstanden, da ich erwartete, sie beim Singen des ersten Liedes anzutreffen. Leider aber war große Ursache zu solcher Aufregung vorhanden. Ein jüdischer Knabe, welcher der Sohn eines jüdischen Rabbiners in Amsterdam sein soll, hatte Herrn Schwarz, als er eben die Kanzel besteigen wollte, angefallen und mit einem langen, offenen Messer mehrere Stiche nach seiner Brust versucht. Da die Treppe hinter der Kanzel war, so war es dem Thäter um so leichter mehrere Stiche nach einander zu unternehmen, ehe jemand von der Versammlung ihrem Prediger zu Hilfe kommen konnte. Vier Stiche erhielt Herr Schwarz in den Arm, einer aber drang leider in seine Brust. Man weiß noch nicht mit Gewißheit, wie tief diese letzte Wunde ist. Die unmittelbare Veranlassung zu dieser fanatischen Gewaltthat soll der unkluge Versuch eines Engländers gewesen sein, der vor etwa 14 Tagen in einer jüdischen Synagoge während des Gottesdienstes Tractate unter den Juden vertheilte, welche die Controverse zwischen Juden und Christen behandeln. Diese Tractat-Vertheilung, mit der übrigens Herr Schwarz nichts zu thun hatte, erregte zur Zeit großen Unwillen unter den Juden, die dann auch den Engländer selbst ziemlich unsanft Mitnahmen und jetzt hat sich nun eine solche fanatische und blinde Rache auf diesen eifrigen Knecht des Herrn geworfen. Der junge Mensch, der auf diesen Mord ausging, soll etwa 14 oder 15 Jahre sein, ich ver-

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