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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 9-10 (1858) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
9-10 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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131 ruft doch dieselbe katholische Christenheit um Abhülfe an! Kann und wird denn die katholische Christenheit, was sie sanctionirt, auch zugleich verurtheilen und verdammen? Doch das ist eine Sache, die uns nichts angeht. — Die italienischen Juden haben fich, wie Dr. G. am angeführten Orte sagt, nach Paris an das vousisloire centrale und nach London gewandt und „rufen auch die Hilfe des deutschen JudenthumS an." Hier in Breslau ist nun der Rabbiner, vr. G., der Kämpfer für Judenthum, auch öffentlich in die Schranken getreten gegen solche Gewaltthat, und hat wenigstens in einigen kurzen Artikeln in der Schief. Zeit, gegen diesen Act barbarischer Gewaltthat die ganze katholische Kirche aufgefordert, ihren Einfluß gegen solchen Barbarismus geltend zu machen. Wir würden eine solche Klage und Aufforderung ganz gerecht und in der Ordnung finden, daher auch kein Wort dagegen sagen, wenn nur der klagende Rabbiner auf dem biblischen Standpunkte stände, und die Sitten, Gebräuche und Grundsätze des rabbinischen Judenthums, oder mit einem Worte den ganzen Talmud durchaus verworfen hätte, vr. G. scheint allerdings in seinem Judenthum ziemlich aufgeräumt zu haben, so gering indeß der Theil ist, den er vom Rabbinismus noch behalten hat, ist er doch noch nicht so weit gekommen, daß er „der alten Lehrer" entrathen könnte; denn an diese hat er wenigstens noch in diesem Jahre appellirt. Unter solchen Umständen müssen wir aber gestehen, nicht begreifen zu können, wie ein Rabbiner, der ein Mann von Ehrenhaftigkeit und Charakter sein will, die Dreistigkeit haben kann, über barbarische Gewaltthat zu klagen, weil ein katholischer Christ ein Judenkind gewaltsam weggenommen und getauft hat. Denn so barbarisch auch eine solche That wäre, wenn sie geschehen ist, so hat, nach unserer Meinung, ein jüdischer Rabbiner, der sich in seinen Schriften auf „die alten Lehrer" beruft, kein Recht und keinen Grund, sich über solchen Barbarismus zu beschweren, weil diese „alten Lehrer" selbst solchen Barbarismus lehren und als Religionsgesetz in ihren Schriften niedergelegt haben. In dem Werke: Zur Geschichte der christlichen Kirche u. s. w. dem Volke Israel zur Beherzigung gewidmet, zweite vielfach verbesserte Ausgabe " spricht der Verfasser in einem Anhänge von der Proselyten- 9*

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