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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 7-8 (1858) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
7-8 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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predigen kann. So führte er mich auch in das Hospital, wo Sarah krank lag und ich verkündigte ihr die freie Gnade Gottes, wie er verherrlicht wird, wenn arme Sünder durch das Leiben, Sterben und Auferstehen seines Sohnes, Jesu Christi, gerettet und selig werden. Der Herr that ihr das Herz auf, daß sie auf die Wahrheiten achtete, die ich ihr verkündigte. Bald aber hörten die Juden von dem, was in dem Hospital vorgehe, und die Rabbiner setzten ihre ganze Maschinerie ins Werk — die freilich durch das Werk: Der wahre Israelit sehr gelitten hat — um zu verhindern, daß dieses verlorne Schaf des Hauses Israel zu dem guten Hirten, Jesu Christo, zurückkehre. Ein Rabbiner versprach Sarah einen Mann mit einer Ausstattung; aber Sarah antwortete: Jesus ist mein Bräutigam, denn er hat zu mir gesagt: Ich will mich mit dir verloben in Ewigkeit; ich will mich mit dir vertrauen in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barmherzigkeit; ja im Glauben will ich mich mit dir verloben. Ein anderer Rabbiner drohte ihr mit allen Schedims (d. i. Teufeln), die ihre Seele in tausend Fäden zerreißen und dieselben um ein Mühlrad winden würden, damit sie so in die ewigen Ewigkeiten gequält werde, wenn sie es wagen sollte, die Religion ihrer Väter zu verlassen. Sie aber setzte diesen Drohungen ein freundliches Lächeln entgegen und verlangte von dem Rabbiner Beweise aus der Schrift, daß der Messias noch nicht gekommen und Jesus von Nazareth nicht der Messias sein könne; zugleich bat sie ihn, er möchte ihren gewöhnlichen Menschenverstand nicht mit solchen Fabeln verhöhnen. In Verzweiflung erklärten die Rabbiner: Hier ist Nichts mehr zu machen, der Missionar hat sie mit dem Neuen Testamente bezaubert. Sarah erholte sich von ihrer Krankheit und kam nach Amsterdam, um weiter in der Wahrheit unterrichtet zu werden, und da sie mehr als gewöhnliche Talente hatte, so machte sie bald gute Fortschritte in der Kenntniß der heiligen Schrift. Aber eine Person wie Sarah konnte nicht in die Kirche Christi ausgenommen werden, ohne daß sie deutliche Beweise gab, daß das Werk der Wiedergeburt durch den heiligen Geist in ihr vorgegangen sei. Sarah, die nie an eine beschwerliche Arbeit gewöhnt gewesen war, viel weniger noch zu einem Dienst, hatte Nichts dagegen als eine Hausmagd in Dienst zu treten. Ihr erster Dienst war sehr hart, die Kost gering, der Lohn sehr unbedeutend und die Arbeit sehr schwer. Außerdem hatte die gute Sarah noch eine besondere Schwierigkeit und Unannehmlichkeit; ihre Frau wollte ihr nicht erlauben, ein Licht mitzunehmen, wenn sie zu Bette ging, indem sie fürchtete, sie möchte das ganze Haus anzünden. Ich ging deshalb zu ihrer Frau und sprach mit ihr, und es gelang mir, die erwünschte Erlaubniß auszuwirken. Nun konnte Sarah das Wort Gottes lesen, ehe

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