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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 7-8 (1858) · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
7-8 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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sie nach ihrem langen Tagewerk zu Bette ging. Sarah erschien jederzeit reinlich in ihrem Dienstanzuge, immer freudig in Bezug auf ihre zeitliche Stellung; aber wenn ich sie fragte: Wie steht eö mit deiner Seele? Hast du irgend einen Grund aus der Schrift zu glauben, daß du Vergebung deiner Sünden von Gott empfangen hast? so antwortete sie: ich kann nicht sagen, daß ich Barmherzigkeit erlangt hätte; aber ich darf auch nicht sagen: ich werde verloren gehen; Eins thue ich, ich bleibe an der Gnadenthür stehen und warte aus eine Gabe. Ich werbe so lange anklopfen, bis der Herr öffnet. Sie versäumte nie einen Gottesdienst. Da ich glauben konnte, daß das Werk der Gnade in ihrem Herzen in der That und Wahrheit begonnen habe, bestimmte ich den Sonntag, an welchem sie durch die heilige Taufe in die christliche Kirche ausgenommen werden sollte; denn ich konnte nunmehr ihrem sehnlichen Verlangen nach derselben nicht länger widerstehen. Ehe jedoch der bestimmte Tag herbeikam, erkrankte Sarah am Fieber, das hier sehr gewöhnlich ist. Zwar verlor sie eö bald wieder, aber sie litt doch an den üblen Folgen desselben mehr als vier Wochen. Sie war zwar noch schwach, indeß sollte sie doch an einem Sonnabend das Hospital verlassen, und sie war in voller freudiger Erwartung dieses Tages, da sie an dem folgenden, als am Tage des Herrn, das Siegel des Gnadenbundeö, die heilige Taufe empfangen sollte. Aber anstatt das Hospital verlassen zu können, wurde sie von einem höchst bösartigen Typhusfieber ergriffen. Ich besuchte sie regelmäßig, und in ihrem bewußten Zustande sprach sie von Jesu Christo und seiner Liebe, die ihn für uns in den Tod trieb. Es war meine Absicht, ihr die heilige Taufe zu ertheilen, aber die Aerzte gaben mir die Versicherung, daß die Gefahr vorüber sei und daß ihre natürlich kräftige Constitution dm Sieg davon getragen habe, so daß sie auch in Kurzem völlig hergestellt sein würde. Als ich sie aber nach zwei Tagen wieder besuchte, fand ich sie bewußtlos, phantasirend und ganz taub. Am folgenden Tage, Sonntags, bekam sie das Bewußtsein wieder, sie bat ihre Wärterin um etwas Wasser und dankte, als sie es empfangen hatte, für dasselbe, indem sie sagte: Christus wird dir kühleres Wasser geben, als dieses ist. Mit diesen Worten sank sie zurück und entschlief in Ihm. — Dies Blatt erscheint jährlich in 8 bis 10 Heftchen, zusammen 12—14 Bogen. Preis fiir den Jahrgang 10 Igr. In Commission: Carl Dnlfer's Buchhandlung in Breslan. Druck von C. H. Storch und Comp, in Breslau.

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