Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 7-8 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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184 weiß, daß ich nicht mehr in seiner vermeintlichen Festung bin; es ist ihm wohl bekannt, daß ich das Judenthum über Bord geworfen habe und früher oder später das Christ'enthum annehmen werde. Zuerst war er darüber sehr betrübt, und das bekümmerte mich sehr, denn er ist ein außerordentlich guter Vater; aber jetzt ist er darüber beruhigt und vertheidigt sich gegen die bigotten Juden, die ihn mit Vorwürfen wegen meiner Gesinnung angreifen, damit, daß er sagt: „Cs giebt jetzt kaum irgend eine ungesehene jüdische Familie in Holland, von der nicht ein oder zwei Glieder daS Christenthum angenommen hätten; ja, manche unsrer frömmsten Lehrer haben Söhne, die christliche Lehrer, ja, die Missionare sinv." Dieser interessante jüdische Advokat verließ mich mit der Versicherung seiner großen Dankbarkeit, und ich habe seitdem viele wichtige Unterredungen mit ihm gehabt. Er ist nicht fern vom Reiche Gottes, denn ich glaube, daß seine Ueberzeugung durch Gottes Gnade in seiner wahren Bekehrung enden wird. Der gläubig sterbende Jude. Vor einigen Jahren fand unser Colporteur in der Stadt — einen sehr interessanten und achtbaren Juden, der bereits über 70 Jahre alt war, und der die Wahrheit, wie sie in Jesu Christo ist, anhörte und annahm; indem der heilige Geist seiner hungrigen Seele die Wirksamkeit und Kraft des Blutes, der Gerechtigkeit und Vermittelung Jesu Christi offenbarte. Vor Kurzem kam der Colporteur wieder an diesen Ort und nahm seinen Weg bald nach dem Hause seines alten Freundes, der so aufmerksam auf das Evangelium des Friedens gemerkt hatte, als er schon an der Pforte der Ewigkeit stand. — Der Colporteur erfuhr, daß der alte Mann eine Zeitlang krank gewesen und dann gestorben sei. Der Jude im Hause aber, der Sohn jenes alten Mannes, wies ihn ziemlich roh ab, indem er die Thür vor ihm zumachte. Einige Häuser weiter lebte eine fromme christliche Familie, die den Colporteur, so wie sie ihn nur erblickten, zu sich in ihr Haus baten. Hier hörte er nun von der Mutter der Familie, daß sie den alten gläubigen Juden in der ganzen Zeit seiner