Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 7-8 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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120 selig machen wolle. Und wenn Du wüßtest, was wahre Bekehrung ist, so würdest Du nicht solche Flüche über die arme Frau ausgesprochen haben. Ich sprach dann noch zu ihm von unserm Herrn Jesu, der uns gekehrt habe, unsre Feinde zu segnen, aber nicht zu verfluchen. Im Hospital besuchte ich den armen M., einen Zögling aus dem Arbeilshause, gebürtig aus Bagdad. In demselben Zimmer lag noch ein anderer Jude. Derselbe war unter seinen Leiben sehr ungeduldig; nachdem ich aber mit dem armen M. gebetet hatte, daß' Gott diese Krankheit ihm zum Segen gereichen lassen wolle, sagte er: „ich wünsche, ich könnte auch so beten. Ich fühle wohl heftigen Schmerz in meinem Leiden, aber Nichts von dem Segen, dessen Sie in Ihrem Gebet erwähnten." Ich bemühte mich nun, ihm den zu verkündigen, der durch sein Leiden alle Schmerzen und Trübsale geheiliget hat und durch den allein sie uns zum Segen werden können. Ein ungläubiger Jude. In unserm Bücherladen traf ich kürzlich mit einem jungen Juden aus Alerandrien zusammen, der im Laufe des Gespräches in Religionssachen einen solchen gottlosen Leichtsinn und solch einen Grad von Unglauben zeigte, daß ich ganz darüber entsetzt war. Ich fragte ibn, wo er wohl in Jaffa gewohnt hätte, denn ich hätte erfahren, er habe sich dort eine Zeit lang aufgehalten. Darauf sagte er, er habe in dem Lateinischen Convent gewohnt. Ich fragte ihn daher: Aber hast du auch dort gegessen? Er: Ja, das habe ich gethan; sie hatten Schweinefleisch; ich aß zwar das Fleisch nicht, weil ich Fleisch nicht gern esse, aber die Brühe habe ich genossen. Ich: Aber all ihre Speise ist dir ja verboten. Er: Mir ist nichts verboten, als was meiner Gesundheit zuwider ist. Ich; Wenn Du aber, als Jude, verbotene Speisen genießest, so nimmst Du Schaden an Deiner Seele. Er: Meine Seele! Was ist das? Es ist mir unbekannt, daß so ein Ding gar vorhanden ist.