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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 7-8 (1858) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
7-8 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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111 densache sagen können. Wenn wir auf die Zeit zurückblicken, in welcher wir zuerst von der Missionsarbeit hörten, so werden wir finden, daß eine grsße Veränderung vorgeht, ehe wir Gott dafür danken, daß wir an diesem Werk Theil nehmen dürfen. Wie es auch bei Andern in dieser Hinsicht sein mag, bei mir selbst muß ich mit Dankbarkeit gegen Gott von einer großen Veränderung sprechen. Ich erinnere mich, als Knabe von einem bekehrten Juden gehört zu haben, der das Evangelium predigte. In meinem Gemüthe aber herrschte ein großer Zweifel, ob das sein könnte, und ich sagte daher zu meinem Erzähler: Sind Sie gewiß, daß er ein Jude ist? ein wirklicher Jude, ein Sohn Abrahams? Ja, sagte er, ich glaube gewiß. — Aber, sagte ich, glaubt er auch gewiß an den Herrn Jesum Christum? Denn ich dachte immer noch, es möchte irgend ein Jrrthum obwalten; und so mag es mit vielen Andern sein... Als ich nebst Alerander, dem spätern Bischof von Jerusalem, als Missionar ausgesandt wurde, und wir kaum vierzehn Tage in Danzig waren, sagte ein Prediger zu Herrn Alerander: Sie sind zu einer sehr guten Zeit gekommen! Wieso? Die Antwort war: Ein jüdischer Arzt will sich nebst seiner Frau und seinem Kinde taufen lassen, und das wird für Sie doch von Wichtigkeit sein... Wir nahmen Theil an dem Ereignisse und im Laufe des Gespräches, das ich mit der Dame hatte, sagte sie: Unsre Taufe ist die Folge eines Besuches zweier Missionare Ihrer Gesellschaft. Sie kamen vor einigen Jahren nach Königsberg; wir hatten viel Umgang mit ihnen, viele Gespräche fanden statt und nach sechsWochen verließen sie Königsberg, ohne zu wissen, daß irgend ein wirklicher Eindruck gemacht worden sei. Mehrere Glieder aber dieser verschiedenen Familien kamen noch später immer zusammen, um die Wahrheiten der Schrift zu erforschen. WaS aber war die Folge? Ein Student der Medizin hatte bei verschiedenen Gesprächen sich an die Spitze gestellt und den Missionaren tapfer widerstanden. Dieser Student, vom Geiste Gottes belehrt, wurde ein Christ, und ohne Menschen zu rühmen, will ich nur sagen, daß er das Studium der Medizin aufgab, die Theologie erwählte und daß er seit vielen Jahren ein einflußreicher und tüchtiger Prediger in Polen ist. Zuerst schien es, als sei gar kein Saame ge-

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