Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 7-8 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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sät, aber die Taufe, bei der ich zugegen war, war eine liebliche Frucht jener Gespräche; und als ich bei einer andern Gelegenheit dieselbe Dame fragte: Wie viele Personen wohl von jenen Familien, die an den Unterredungen Theil nahmen, getauft worden wären? sagte sie: Sechszehn.... Vor Kurzem begegnete mir ein Geistlicher der bischöflichen Kirche Englands, einer unsrer jüdischen Brüder, der mir sagte: Sie waren der erste Missionar, von dem ich das Wort Gottes hörte. Ich sagte, mir sei dies unbekannt; aber er erwiderte: Als ich noch ein kleiner Knabe war, ging ich mit meinem Onkel in Berlin zu dem Missionar. Mein Onkel war ein gelehrter Jude, und ich wünschte den Missionar aus Neugierde zu sehen, und bei der Gelegenheit hörte ich Etwas von der Wahrheit. Was war das, fragte ich ihn? Er antwortete: Sie sprachen viel von dem Neuen Testamenr, aber ich verstand nicht ein Wort davon. Sie gaben meinem Onkel ein Exemplar im Syrischen; aber er verwahrte es sorgfältig, daß ich es nicht sehen sollte. Jndeß Etwas sagten Sie, das ich nie vergaß. Und was war das? fragte ich. Er: Als wir eben die Stube verließen, sagten Sie: Nun bedenken Sie, da ist nicht, der Gutes thue, auch nichtEiner. — Ich war damals ein kleiner Knabe; ich ging nach Krakau und studirte. Was sagte mir der Talmud? Wenn du fastest, betest, Almosen gibst und gute Werke thust, so bist du gut. Aben ich las oft die Psalmen, und im 14. und wiederum im 53. standen die Worte vor mir: da ist nicht, der Gutes thue, auch nicht Einer. Ich dachte, mein Fasten ist nicht genug, mein Beten, mein Almosengeben ist nicht genug, denn da ist nicht, der Gutes thue, auch nicht Einer. Ich vergaß Ihre Person, an vie ich nur vor Kurzem wieder erinnert wurde, aber Ihre Wortz vergaß ich nicht. Wenn ich mit andern Missionaren zusammenkam, war ich aufmerksam, denn ich wünschte von Christo zu hören, da ich gelernt hatte: da ist nicht, derGutes thue, auch nichtEiner. — Hr. Aperst erzählt noch andere Beispiele aus seinem Leben und seiner Erfahrung, aber wir können nicht Alles anführen, um nicht zu weitläufigzu werden. Nur noch Folgendes sei erwähnt: Ein Jude sagte zu einem Christen in diesem Lande — England — Ihr Christen glaubt selber nicht, was ihr lehrt, ich wohne hier am Marktplatze, und drei Predi-