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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 7-8 (1858) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
7-8 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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105 Ausdruck: Gebet des Glaubens. Der Glaube lacht über Unmöglichkeiten und spricht: es soll geschehen. Der Glaube tritt nie mit seiner Vernunft gegen die Schrift auf, sondern verläßt sich fest auf das, was Gott verkündigt und was er verheißen hat. Aber wie dringend werden wir im Worte Gottes ermahnt zu der christlichen Pflicht, im Glauben zu beten und dieses Gebet zu begleiten mit dem Werk der Liebe!.... Das erstere, das Gebet des Glaubens, kann unmöglich ohne das letztere sein, darum, My Lord, freuen wir uns, daß Sie diese und andere christlichen Vereine so kräftig vertreten, denn Sie folgen damit der Anweisung des Wortes Gottes. Vor einigen Jahren erschien ein kleines Schriftchen, das sich bemühte, unsre gesegnete Gesellschaft lächerlich zu machen und sie unter Andern mit einem alten, abgelebten Manne verglich. Beim nächsten Jahresfeste mußte ich einen Antrag stellen, aber ich hielt eS für unpolitisch, jenes Schriftchen einer Antwort zu würdigen; ich ließ daher vielmehr das Bild gelten und sagte: Nun gut, unsre Gesellschaft ist ein alter, abgelebter Mann, aber dann forderte ich die Freunde, die gegenwärtig waren mit den Worten des Dichters auf und sagte: Habt, o Freunde, Mitleid mit dem alten Manne, Der in Kummer und Elend schmachtet vor eurer Thür, Dessen noch übrigen Tage nur find eine Spanne; Helfet, e helfet; ihr erntet viel Segen dafür! Erlaubet mir, die letzten Worte ein Wenig zu umschreiben. „Helfet, o helfet!" Helfet mit Eurem Gebet; helfet mit Eurem Vermögen, helfet mit Eurem gottseligen Wandel und dann können wir auf großen Erfolg hoffen.... Helfet mit gottseligem Wandel. Lasset die jüdische Nation sehen, was wahres Christenthum ist, in Eurem Geist und in Eurem Werk der Liebe. Statt daß die Juden um der Väter willen von den Christen geliebt würden, wie Gott sie liebt um ihrer Väter willen, so daß sie auch nie sollen vernichtet werden, sondern vielmehr eine wunderbare Erlösung aus ihrer Zerstreuung zu erwarten haben, was haben die Christen für sie gethan? Man hat sie verachtet, geplündert, beraubt und gemordet. War das der Weg sie zum Christenthume zu bekehren? Weit gefehlt! „O helfet" mit Eurem gottseligen Wandel und lasset die Juden sehen, daß

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