Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 7-8 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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101 sten herrschte der Zweifel, ob es wohl gar nöihig sei, daß der Jude bekehrt werde; und wenn diese Nolhwenvigkcit auch von Vielen zugegeben wurde, so machte sich der hartnäckige Zweifel kund, ob auch wirkliche Bekehrungen geschähen, oder ob dergleichen möglich wären. Christlicher Eifer wurde als etwas Abenteuerliches verlacht und Missionsbemühung als Albernheit verachtet, während die einflußreichere geistliche Welt das Werk fortwährend hart bekämpfte, weil sie voraussahen, daß dasselbe ihre Niederlage herbeiführen und zu ihrem Nachtheil ausschlagen werde. Aber Erfolge, wie die bereits genannten, haben die ungünstigen Theorieen praktisch widerlegt; schristgcmäße Ansichten über Israels gegenwärtigen Zustand haben sich geltend gemacht und ebenso auch schriftgemäße Erwartungen von Israels künftiger Herrlichkeit; und in vieler Tausend Herzen hat unsre Gesellschaft einen Platz der Ehre und Liebe inne, gegründet auf tiefe und feste Ueberzeugung von der göttlichen Wahrheit. Selbst wenn daher mit dem Jubeljahr ihre Arbeiten enden sollten, so müßten wir dennoch sagen: sie hat einen guten Kampf gekämpft, sie hat ein gutes Werk gethan, sie hat eine unvergängliche Krone errungen. Aber wir wiederholen es: Bis hieher hat uns der Herr geholfen; und seine Gnadenerweisungen in der Vergangenheit sind uns ein Unterpfand für die Zukunft: Er wird uns noch freundlich sein und das Werk fördern. Die Comitee ist sich der Unvollkommenheit ihrer Bemühungen und der Gebrechen in ihren Anstrengungen tief bewußt; aber wenn ungeheuchelte Liebe zu Zion, unablässiges Gebet für dessen Wohl, unermüdliche Arbeit für Zions Gedeihen und brünstiges Verlangen nach Israels Erlösung Eigenschaften sind, die zu dem Werk befähigen, in welchem die Comitee beschäftigt war: so können sie sagen, daß, wenn auch Andere noch mehr Befähigung haben mögen, sie wenigstens einige Gaben zu dieser Arbeit der Liebe besitzen. Der Herzenskündiger weiß, wie sehr sie sich sehnen nach dem Heil Jerusalems! Wenn Ihr daher in diesem Jubeljahre die Comitee die heilige Verantwortlichkeit, die sie bisher übernommen hatte, abermals anvertraut, so ist dieselbe entschlossen, in dem Vertrauen und mit dem Gebet des jüdischen Psalmisten vorwärts zu gehen: Der