Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 4-6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554686-2554690--02909-2558793- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
hätte auch allen denen, die etwa in der Gegenwart oder in Zukunft noch von gleichem Gelüste beschlichen würden, einen großen und wesentlichen Dienst geleistet. Jndeß, so wenig es ihm in den Sin» gekommen, die Wahrheit seines Judenthums aus Moses und den Propheten zu erweisen und zu erhärten, so wenig denkt er daran, auch nur einen einzigen Glaubenssatz des Christenthums mit einem Schriflworte oder mit Aussprüchen „der alten Lehrer" zu widerlegen. Warum das wohl? Etwa darum, weil es unnütz und uvnöthig sei, da die Beweise gegen diese Lehre Jedermann auf jedem Blatt der Bibel klar und deutlich entgegentreten, und es nur Zeitverschwendung sei, darauf aufmerksam machen zu wollen? Wir meinen, nicht bloß um der Unwissenden und Armen willen, sondern auch um der „achtbaren Ehrenmänner" willen im Judenthum, die in unser« Tagen mit der Bibel nicht sonderlich bekannt sind, wäre es wohlgethan gewesen, ihnen zu Nutz und Frommen, und uns Christen zu desto größerer Beschämung, wenigstens auf einige solcher Beweise aufmerksam zu machen, und namentlich die Beweisstellen, welche, wir Christen anführen, uns aus den Händen zu winden. — Oder liegt nicht vielmehr in dem ganzen Gebahren des heutigen Judenthums, in seiner Lossagung von den Grundsätzen des frühem Judenthums, wie besonders in dem Jgnoriren und „Preisgeben" und Verleugnen der Schriftzeugnisse, vielmehr die Wahrheit, daß Moses und die Propheten, so wie „die alten Lehrer" des Judenthums die angeführten christlichen Dogmen und namentlich auch „die Gottheit" des Messias bestimmt und entschieden lehren? Und ist dies der Fall, wie es kein ehrlicher und redlicher „achtbarer Ehrenmann," wie es Niemand, der „auf Tüchtigkeit der Gesinnung, die auch im Stande ist, der erkannten Wahrheit ein Opfer zu bringen," Anspruch macht und der mit den Schriften des Alten Testaments und der alten Lehrer bekannt ist, leugnen wird, so fragen wir: Wer ist denn dem Judenthum untreu geworden? Wer ist aus demselben ausgetreten? N. N. hat ohne allen Zweifel die volle Wahrheit geschrieben, wenn er sagt: „Ich bin kein Jude, ich war kaum je ein solcher gewesen." Dasselbe ist aber der Fall mit Hunderten und Tausenden im sogenannten heutigen Judenthum, das ist der Fall bei den Meisten der sogenannten Refvrmjuden, trotz alles Schreiens vr. G's: Sie sind ein Jude, Sie sind ein Jude. Sind aber die oben angeführten Worte Di-. G's, daß es „dem als Juden Geborenen schwer bleibe, den Glauben des Christenthums anzunehmen," in ihrem eigentlichen und strengen Sinne zu verstehen, so würde es sich bei den christlichen Glaubenssätzen nicht um einen „Widerspruch" mit der Bibel handeln, sondern nur um eine Schwierigkeit, dieselben anzunehmen. Darum aber, daß mir und einem Jeden eine Sache „schwer" wird, ist derjenige, der die Schwierigkeit überwindet, doch noch lange kein Lügner, wozu vr. G. ihn