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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 4-6 (1858) · page 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
4-6 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
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93 dem christlichen Glauben an den dreieinigen Gott, wie er stch in Mose und in den Propheten geoffenbaret hat, ablegt, dann hat er keine Ueberzeugung, sondern er „lügt" nur. Wir möchten hier eine Frage an vr.G. richten. Wir erwähnten bereits oben, daß die Allg. Zeitung des Judenthums in der Anzeige des „aufgefundenen Briefwechsels" erkläre, „die christlichen Dogmen seien im Widerspruch mit dem jüdischen Bewußtsein." vr. G. sagt das nicht, sondern bloß: „Das Christenthum verlangt nun einmal aufs Bestimmteste einen Glauben, der dem als Juden Geborenen schwer anzunehmen bleibt." Will vr. G. mit diesen Worten dasselbe sagen, was vr. Philipps»« sagt? Mit andern Worten, ist es Vr. G's. Meinung, das Christenthum sei in seinen Glaubenssätzen „im Widerspruch" mit dem Judenthum? Das Judenthum hat, wie er sagt, „den reinen Gottesglauben," mithin kann doch das Christenthum keinen Anspruch auf Reinheit des Glaubens machen, da es im Widerspruch mit dem reinen Gottesglauben ist. Wenn das Eine Wahrheit ist, so kann daS Andere doch nur Lüge sein. vr. G. „giebt," wie er S. 16 sagt, „die welthistorische Bedeutung des Christenthums ohne Bedenken zu;" aber weiter Nichts. Der Muhamedanismus hat auch eine welthistorische Bedeutung, und ist doch ein System von Lug und Trug. Wir hätten gewünscht, vr.G.hättestch deutlichcrüberdiesenPunkt ausgesprochen. Da er aber Alle ohne Ausnahme, die in unfern und vergangenen Tagen das Christenthum angenommen haben, zu Heuchlern und Lügnern macht, auch seinen „achtbaren Ehrenmann" nicht ausgenommen, so bekommt es allerdings den Schein, als gehe G's. Meinung dahin, die christlichen Dogmen selbst für Lüge zu halten. Denn wären diese an sich selbst Wahrheit, so sollte man doch meinen, daß wenigstens der Eine und der Andere von denen, die dieselben bekannt haben, überzeugt gewesen wäre, und also nicht gelogen habe; sind freilich andererseits die christlichen Glaubenssätze an und in stch selbst Lüge, dann ist auch jeder, der dieselben, also die Lüge, für Wahrheit ausgiebt, ein Lügner. Die Frage kann nicht sein, wie vr. G. meint, ob es „dem als Juden Geborenen schwer bleibt den Glauben, den das Christenthum verlangt, anzunehmen," sondern ob dieser Glaube der wahre Glaube ist. Diese Frage hätte, nach unserer Meinung, vr. G. beantworten sollen und müssen. Hätte er sich die Mühe genommen, seinem „achtbaren Ehrenmann" aus dem Worte Gottes des Alten Testaments und auch aus den Schriften „der alten Lehrer" den klaren Beweis zu führen, daß „diese Glaubenssätze des Christenthums, namentlich die Gottheit Jesu und Alles, was damit zusammenhängt," Lügen sind, dann hätte er eine Errungenschaft zu Tage gefördert, die seiner besser würdig wäre; dann hätte er freilich in Wahrheit nicht nur seinen „Ehrenmann," sondern auch alle seine Vorgänger als solche dargestellt, die der Lüge gehuldigt haben: er

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