Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 4-6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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macht. Enthält die Bibel, das Alte Testament die christlichen Glaubenssätze, sind dieselben in Mose und den Propheten begründet — und Dr. G. sagt wohlweislich kein Wort dagegen — dann sind sie göttliche Wahrheit und es ist unsre Pflicht unddiePsticht eines jeden Juden, dieselben zu glauben und anzunehmen, ob es ihm damit schwer oder leicht werde; und wer ein Bekenntniß ablegt, daß er von diesen Wahrheiten überzeugt sei, ist darum noch kein Lügner. Was schwer ist, ist ja doch noch nicht unmöglich. Wir geben nicht nur gern zu, daß es dem als Juden Geborenen schwer wird, den Glauben des Christenthums in wahrer Ueberzeugung anzunehmen, sondern sagen das auch von dem im Christenthum Geborenen; ja wir sagen sogar, daß es dem Einen wie dem Andern aus natürlichen, menschlichen Kräften unmöglich ist. Denn unter wahrer Ueberzeugung verstehen wir nicht bloß eine Ueberzeugung des Verstandes, die man wohl auf gewöhnlichem, natürlichen Wege erlangen kann, sondern vor allen Dingen die Ueberzeugung des Herzens. Wird es aber hiermit „schwer," so kämpfe und ringe man doch auch hier, um zu der Ueberzeugung zu gelangen, und wir sind gewiß, es wird Niemand, dem es ein redlicher und aufrichtiger Ernst ist» umsonst ringen. Den Aufrichtigen läßt es der Herr gelingen. Derselbe Geist Gottes, der die Frommen und Gläubigen des Alten Testaments in die Wahrheit leitete, thut dasselbe auch noch heute. WieDavidsich nicht schämte, um die Gabe des heiligen Geistes zu bitten Ps.5I,12 ff., und Pf. 119,18 betet: Oeffne mir die Augen, daß ich sehe die Wunder an deinem Gesetz, so kann und muß noch heute ein Jeder thun, der zur rechten Ueberzeugung von der Wahrheit gelangen will. Von dem Einen, wahren Gott zeugt die Bibel, daß er das Gebet erhöre, warum sollte er es heute nicht noch thun? Es ist bei und in ihm keine Veränderung vorgegangen, seine Ohren sind noch nicht dicke geworden, daß er nicht hören könne, und seine Gnade ist auch noch dieselbe, wie sie es war von Anfang. Aber das ist ein Ringen und Kämpfen, von dem Jakobs Kinder, unsre heutigen Resormjuden, Nichts wissen und Nichts wissen wollen. Denn obwohl Or. G. „einen gläubigen christlichen Geistlichen" zu einem Juden, der sagt, er habe den Glauben nicht, wolle aber doch getauft sein, sprechen läßt: „Beten Sie, daß die Gnade Sie erleuchte" u. s. w., so finden wir doch Nichts in seinen Briefen' an seinen „ Ehrenmann," daß er denselben zum Gebet ermahne, eben so wenig wie davon, daß er ihn in und auf die Schrift verwiese. Was also Or. G. von einem Kämpfen in und mit Gebet denken mag, wissen wir-nicht. — Oder „ bleibt" etwa dem als Juden Geborenen nur der Glaube des Christenthums „schwer anzunehmen," während es ihm dagegen leicht wird, „den Gedanken und den Gottesbegriff des gegenwärtigen Judenthums" sich anzueignen? Es scheint dies nicht der Fall zu sein. Wäre es so, warum schriebe denn vr. G. von „einem mächtigen