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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 4-6 (1858) · page 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
4-6 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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87 ten in Gemeinschaft mit Gott leben und wandeln, wie ihre Vorfahren;, sie hatten die „Sucht," das sehnliche Verlangen „nach Standeserhöhung und Titel," und darum begnügten sie sich nicht damit, Juden zu heißen, sie wollten auch wahre Juden sein, nämlich Kinder Gottes, sie wollten den Stand in der That und Wahrheit, ein Königreich von Priestern zu sein, ein heiliges Volk, und darum bekannten sie sich zum Christenthum. Denn nur durch den wahren Messias, „durch dessen Kreuzestod und durch den Glauben an dessen erlösende Kraft konnte ihre eingeborne Sündhaftigkeit getilgt werden" und sie zu dieser Würde, in diesen Stand gelangen. Sie begehrten „den geselligen Umgang" der verfolgten Christen, der zwar äußerlich nicht „sehr glänzend anzusehen war," der aber ihren Herzen wohl that, so wohl, wie dem Psalmisten „der gesellige Umgang" mit denen, die in einem Sinn und Geist mit ihm ins Haus des Herrn gingen, wenn er sagt: ich freue mich deß, das mir geredet ist, daß wir werden ins Haus des Herrn gehen. Dieses „Verlangen" und diese „Eitelkeit" veranlaßten sie zu „dem traurigen M.uth" Christen zu werden, das „waren die offen und leicht zu erkennenden Motive." Wenn Di-. G. mit seiner „geistigen Regsamkeit" und „von kräftigen Gedanken durchweht," andere „auffinden" kann, die nicht so „offen und leicht zu erkennen sind," so mag er es thun. Wie Viele oder Wenige von denen, die zu einer oder der andern Zeit aus demJudenthume zum Christenthum übergetreten sind - es aus den beiden von Or. G. angegebenen Beweggründen gethan haben, ist nicht unsre und keines Menschen Sache zu sagen, das weiß allein der Herzenskündiger; aber ein schlagender Beweis von des Verfassers „mitleidigem Herzen" wie von der „Tüchtigkeit seiner Gesinnung, die auch im Stande ist, der erkannten Wahrheit ein Opfer zu bringen" ist es, ein solches Urtheil nicht nur in seinem Herzen zu hegen, sondern in die Welt zu schreiben. Es läßt sich nur das zu seiner Entschuldigung sagen, daß er Andere nach seinem eigenen Zustande mißt und beurtheilt, weil er in seinen Abmahnungen vom Austritt aus dem Judenthume nur von Geld, Ehre, Stellung in der Welt, Stolz u. s.w. geleitet wird, so schließt er von sich aufAndere; denn weß dasHerz voll ist, deß geht der Mund über und was ich denkundthu, das trau ich Andern zu.

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