Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 4-6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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81 freuen und rühmen, genossen und empfangen auf jüdischen Gymnasien, auf jüdischen Hochschulen, durch das Studium des Talmuds, oder auf christlichen Schulen, auf christlichen Gymnasien, auf christlichen Universitäten? Sind sie von jüdischen Fakultäten zü Doktoren promovirt, oder von christlichen? Was vr. Philippson von den „Ehrenmännern" sagt, daß „die größte Zahl derselben aus Emporkömmlingen bestehe, diL durch jüdische Barmherzigkeit u. s. w. geworden sind, was sie sind," dann aber „Alles vergessen, was ihnen aus dem jüdischen Wesen zugeflossen," kann man hier sagen und anwenden. Was diese Herren sind, das sind sie meist geworden durch die Christen; nun sie aber von den Christen „erzogen und erhoben" sind, setzen sie sich hin und vergesse», was ihnen aus dem christlichen Wesen zugeflossen ist, schreien und schreiben noch obendrein, daß ihr „Glaube," ihr Judenthum „die Menschheit erzieht und erhebt," als ob wir unsere christlichen Schulen und Anstalten ihnen und ihrem Judenthume zu verdanken hätten. — Oder hat das deutsche Judenthum bei seinem so kurzen geschichtlichen Entwickelungsprozesse, der ja auch noch nicht zu Ende ist, noch kein Volk und keinen Theil der Menschheit „erziehen und erheben" können, und wird dies in den nächsten Decennien geschehen? Bis jetzt dürften wohl immer bei Weitem noch mehr jüdische Kinder ihre „Erziehung" und Bildung auf christlichen Schulen suchen, als auf jüdischen; mehr christliche Erzieher und Erzieherinnen in jüdischen Häusern angestellt sein, als jüdische in christlichen. Ist dies aber der Fall, nun so wartet wenigstens mit eurem prahlerischen Gebühren, die Erzieher und Bildner der Menschheit zu sein, bis ihr Thatsachen und Beweise für eure Behauptung anführen und auf Staaten und Nationen Hinweisen könnt, die ihr „erzogen und erhoben" habt. Wir geben es gern zu, daß die jüdische „Genossenschaft keine hinsterbende" ist, sondern „eine große Zukunft in sich trägt." Wir wünschen von Herzen, das jüdische Volk auf dem hohen Standpunkt zu sehen, den es nach dem Willen und den Verheißungen Gottes in der Zukunft einnehmen soll und wird, in Wahrheit das begnadigte Volk Gottes zu sein. Und wohl dem Volk, deß der Herr sein Gott ist! 6