Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 4-6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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80 herrschend war, so finden wir nicht, daß stch irgend wo und wie eine solche „Erziehung und Erhebung" kund gegeben habe. Im Gegenthcil legen die Bekenner dieses Glaubens das demüthige Bekenntniß ab, daß sie bei Weitem nicht auf der Stufe „der Erziehung und Erhebung" stehen, auf welcher ihre Vorfahren standen. Dr. G. wird ohne Zweifel den Satz besser kennen alö'wir, der noch bis auf den heutigen Tag in dem Munde aller Talmudjuden ist: Wenn unsere Vorfahren, die Weisen des Talmuds, Engel waren, so find wir Menschen, waren sie aber Menschen/so sind wir Esel. Wenn eS mit dem „Erziehen und Erheben" vom Engel zum Menschen und vom Menschen zum Esel geht, da können wir nicht den „Aufschwung" wahrnehmen, des stch vr. G. rühmt. Aber er sagt S. 30: in Zeiten des Druckes waren sie „lange Jahrhunderte hindurch in der Geistesbildung gehemmt; seitdem sie indeß eine wesentliche Erleichterung in ihrer Lage erfahren" haben, hat sich das eben so gewaltig verändert. Die „Erziehung.und Erhebung", welche „der Glaube" schafft, kann durch keinen Druck „gehemmt" werden. Das Israel des alten Bundes wurde oft und viel gedrückt, aber grade in solchen Zeiten bewies sich „der Glaube" in seiner rechten „erziehenden und erhebenden" Kraft. In der Noth suchten sie den Herrn. Die Christen der ersten drei Jahrhunderte lebten wahrlich unter schwerem Druck; aber welchen mächtigen und gewaltigen Einfluß übte „der Glaube" der verfolgten Christen auf die Heiden um sie her, auf ihre Verfolger, ausl Da sehen wir in der That, daß sie einen Glauben -hatten, der die Menschheit „erhob und erzog." — Nun aber „der Glaube des deutschen Judenthums?!" Welche Leistungen im „Erziehen und Erheben der Menschheit" hat er schon zu Tage gefördert? Wir wollen auch hier keineSweges verkennen, daß manche jüdischen Kräfte vorhanden sind, die im Schulfach, in der Medizin und in andern „Beziehungen geistige Regsamkeit" bekunden; aber wir fragen, was hat das zu thun mit dem jüdischen Glauben? Sind diese reformatorischen Doctor-Rabbinen und alle Doctoren, Gelehrten und Ehrenmänner, in welches Fach der Wissenschaft und Bildung sie auch gehören mögen, durch den jüdischen Glauben auf diesen Standpunkt gekommen? Haben sie die „Erziehung und Erhebung," deren sie sich